Premieren der aktuellen Spielzeit

11 Premieren

Premiere: 3. Oktober 2020, 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Antigone

Tragödie von Sophokles. In einer Nachdichtung von Walter Jens

Regie: Jörg Steinberg; Ausstattung: Stephanie Dorn

Im Krieg der Sieben gegen Theben haben sich zwei Brüder gegenseitig erschlagen. Einer kämpfte für, einer gegen Theben. Jetzt soll derjenige, der gegen die Stadt kämpfte, auf Weisung des neuen Königs Kreon zur Strafe nicht bestattet werden. Antigone, die Schwester des Toten, macht sich trotzdem auf, den Bruder zu begraben, denn Kreons Erlass verstößt gegen göttliches Recht: Die Unterweltgötter gebieten die Bestattung von Toten in jedem Fall. Dafür lässt Kreon sie lebendig in einer Gruft einmauern. Selbst sein eigener Sohn, der mit Antigone verlobt ist, kann ihn nicht erweichen. Der Seher Theresias warnt Kreon vor dem Fluch der Götter. Aber Kreon bleibt starrsinnig und pocht auf seine Herrschergewalt. So nimmt eine furchtbare Katastrophe ihren Lauf. Als Kreon seine Erlässe schließlich widerruft, ist es zu spät. Er hat alles, alles verloren.
Wo endet die Verfügungsgewalt eines Staates und seines Herrschers? Gibt es höhere, moralische Gebote, die darüber hinausgehen? Es sind politische Grundfragen, die Sophokles uns hier stellt. Die Antigone hat ewige Gültigkeit. Sie ist ein Grundstein des europäischen Theaters.



Premiere: 9. November 2020, intimes theater

Name: Sophie Scholl

Ein Monolog für Menschen ab 15 Jahre von Rike Reiniger

Regie: Uta Koschel; Ausstattung: Anke Fischer

Die Jura-Studentin Sophie Scholl heißt Sophie Scholl, weil ihre Mutter weit nach ihrer Geburt den Herrn Scholl geheiratet hat. Spätestens seit sie denken kann, fragen alle nach ihrer berühmten Namensschwester. Das nervt. – Das schmerzt, als sich Parallelen zu ihrem eigenen Leben aufzeigen. Sophie steht als Zeugin vor Gericht: Soll sie den Professor verraten, der mit Prüfungsergebnissen handelt, und so der eigenen Karriere im Weg stehen oder die Wahrheit sagen? Sophie muss sich entscheiden. Der Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich und deshalb ein moralisches Wesen. Die historische und die Jurastudentin Sophie zwingen uns dazu, uns zu fragen: Wie würdest du dich verhalten? Handelst du tatsächlich immer so, dass du es vor deinem Gewissen vertreten kannst? Und wie weit würdest du für deine Ideale oder für deinen Vorteil gehen? Mit dem Monologstück touren wir durch die Schulen der Region. Es eignet sich auch für kleinere Spielstätten ohne Bühne für ein erwachsenes Publikum.



Premiere: 21. November 2020, 15:00 Uhr, Großer Saal

Die Bremer Stadtmusikanten / Muzykanci z Bremy

Märchen nach den Gebrüdern Grimm von Jan Kirsten

Regie: Oliver Dassing; Komposition, Musikalische Leitung & Einstudierung: Tom van Hasselt

Der alte Esel schafft das Soll seiner Arbeit nicht mehr und soll ausrangiert werden. Doch da nimmt er lieber sein Schicksal selbst in die Hand und macht sich aus dem Staub. Zusammen mit seinem Freund Maus Piccolino, der seine Zeit bisher mit Lesen und dem Lernen der polnischen Sprache verbracht hat, begibt er sich auf den Weg in ein neues Leben. Schon bald treffen die beiden andere Tiere, die genau wie sie nicht mehr in diese Welt zu passen scheinen. Da ist der Jagdhund Chester, der aufgrund seiner pazifistischen Lebenseinstellung offensichtlich im falschen Job steckt und sich der Gruppe anschließt. Als nächstes treffen die drei auf die Katze Miranda, die sich in tiefer Trauer befindet, weil sie ihr Frauchen verloren hat, und überreden sie mitzukommen. Mit dem Hahn Satchmo, der den Hof mit seinem Trompetenspiel zur Weißglut treibt, statt sich um den Nachwuchs zu kümmern, ist die Truppe dann komplett. Sie eint die Liebe zur Musik und so beschließen sie, gen Bremen zu ziehen, um dort als Band ihr Glück zu machen. Von einem Abenteuer tappen sie ins nächste, schnell wird die Gruppe Ausgestoßener unzertrennlich. Und gemeinsam kann man alles schaffen.



Premiere: 27. November 2020, 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Shakespeares sämtliche Werke ... leicht gekürzt

Komödie von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield; Deutsch von Dorothea Renckhoff

Regie: Fabian Ranglack; Ausstattung: Anke Fischer

Ob Sein oder nicht sein, Es ist was faul im Staate Dänemark oder Die ganze Welt ist Bühne. – Shakespeare ist längst Popkultur, und allen sind seine wichtigsten Zitate geläufig. Und das zu Recht: William Shakespeare ist niemand Geringeres als der Autor der vielleicht großartigsten Stücke, die je im abendländischen Kulturkreis geschrieben wurden. Sein Gesamtwerk umfasst 37 Dramen und 154 Sonette, von denen auch die schwächeren Stücke noch eine Entdeckung darstellen. Diesen Reichtum gilt es zu zelebrieren, und damit ist die Unmöglichkeit perfekt: An einem Abend durch Shakespeares sämtliche Werke! Der Name ist also Programm, wenn drei Darsteller sich in einem rasanten Tempo von Romeo und Julia über Macbeth zu Hamlet spielen – um nur einige zu nennen. In typisch britischer Manier strotzt das Stück vor Slapstick, bitterem Humor und artistischen Unwägbarkeiten.
Der Erfolg des legendären Fringe Festival aus Edinburgh kommt nun auch nach Schwedt. Freuen Sie sich also auf viel Lärm um die Zähmung der zwei lustigen Herren aus Venedig wie es euch alles gut gefällt was ihr Maß für Leid und Lust wollt Sturm Irrungen Sommernachtsmärchen.



Premiere: 16. Januar 2021, Großer Saal

Mephisto - Gestohlene Texte und Lieder

Ein Theatersolo

Wer ist die treibende Kraft in der Deutschen liebstem Klassiker?
Ist es Faust? Oder nicht doch eher Mephisto?
Und wenn ja: Wer ist Mephisto? Und wie viele?
Und was wissen wir wirklich über das Mammutwerk des ollen Goethe?
Und wo finden wir ihn und seine beiden bekanntesten Protagonisten 200 Jahre später in unserem überfordernden, weil überkomplexen Alltag wieder?
Sind wir Faust?
Sind wir Mephisto?
Und wo und wie verstecken sich die beiden in der Musik?
Kann die nicht sowieso besser über sie erzählen als jeder Text?
Intendant André Nicke begibt sich gemeinsam mit dem Schauspieler Raffaele Bonazza auf eine spielerische Reise durch Goethes Faust. Seien Sie dabei!



Premieren: 12./13. März 2021, 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Nacht

Schauspiel von Andrzej Stasiuk; Deutsch von Olaf Kühl

Regie: Jan Jochymski; Ausstattung: Sophie Lenglachner

Ein junger Pole ohne Namen stiehlt Brillanten in Deutschland, wird vom Besitzer des Geschäfts erschossen und kehrt als Leichnam ohne Schmuck und auch ohne Herz in sein Heimatland zurück. Als Toter braucht er das lebensnotwendige Organ nicht mehr. Der deutsche Juwelier jedoch, der den Kleinganoven tötete, ist auf ein Spenderherz angewiesen. Trotzdem er sich weigert, tobt und motzt, wird ihm das polnische Herz eingesetzt, mit unabsehbaren Folgen.
Andrzej Stasiuk gilt als einer der bedeutendsten Autoren von Erzählungen und Romanen in Polen. 2005 erschien mit Nacht eine „slawo-germanisch medizinische Tragikfarce“, die neben den Theater-Uraufführungen in Düsseldorf und Krakau ihren Weg auch als Hörspiel nach Deutschland fand. Zwischen skurrilem Witz und folkloristischer Poesie changierend legt Stasiuk deutsche wie polnische Klischees offen auf den Tisch, steigert sie ins Extreme und findet dennoch zu einer möglichen Versöhnung.



Premiere: 9. April 2021, 19:30 Uhr, Großer Saal

Linie 1

Musikalische Revue; Buch und Liedtexte von Volker Ludwig; Musik von Birger Heymann und "No Ticket"

Regie: Reinhard Simon; Musikalische Leitung: Uli Herrmann-Schroedter

Nach 30 Jahren fährt sie wieder: die Linie 1. Das Erfolgsmusical kehrt unter der Regie von Reinhard Simon nach Schwedt zurück.
Berlin Ende der 80er Jahre. Ein junges Mädchen aus der Provinz reist nach Berlin, um dort sein Glück und den Rockmusiker Johnnie zu finden. Mit seiner Adresse in der Tasche stellt sie sich mutig dem Großstadtabenteuer. Doch die Euphorie hält nicht lang an: Die Adresse gibt es nicht! Das Happy End zerstört. Dann strandet sie zu allem Überfluss am Bahnhof Zoo … Damit beginnt ihre Irrfahrt auf der Linie 1, während der sie das Berlin und die Berliner der Zeit in allen Facetten kennenlernt. Sie trifft hochnäsige Großstädter, Tagträumer, Bettler, Punks und Nazi-Witwen. Aber auch ehrliche, hilfsbereite Menschen, die sie bei ihrem Abenteuer in der Berliner Unterwelt begleiten.
Das Musical feierte am 30. April 1986 Uraufführung. Trotz der sehr spezifischen, berlingebundenen Handlung wurde das Stück vielerorts nachgespielt, unter anderem in Amsterdam, Dublin, Kalkutta, London, Paris, Seoul, Vilnius, New York und Wien. Es wurde zum meistgespielten Theaterstück seiner Zeit – mehr als drei Millionen ZuschauerInnen erlebten Aufführungen weltweit. 1987 erhielten Volker Ludwig und Birger Heymann für Linie 1 den Mühlheimer Dramatikerpreis.



Premiere: 22. Mai 2021, 15:00 Uhr, Kleiner Saal

Pippi feiert Geburtstag

von Astrid Lindgren; Musical von Rainer Bielfeldt (Musik) und Otto Senn (Libretto; für die Bühne bearbeitet von Otto Senn

Regie: Uta Koschel; Musikalische Leitung: Ludger Nowak; Ausstattung: Anke Fischer

Es gibt einen Grund zu feiern: Pippi Langstrumpf hat Geburtstag! Und deshalb ist allerhand los in der Villa Kunterbunt. Zuerst heißt es, sauber machen und die Feier vorbereiten, aber nicht irgendwie, sondern als Schlittschuhprinzessin mit Bürsten an den Füßen – so putzt sich der Fußboden fast von selbst. Daran finden auch Pippis beste Freunde Annika und Tommy Gefallen und so entspinnt sich gleich die nächste Spielidee: Sie spielen Schiffbruch erleiden. Als echte Piratentochter des Königs im Taka-Tuka-Land hat Pippi auch gleich die rettende Idee: Sie schreiben eine Flaschenpost.
Für andere wäre das schon genug Abenteuer, aber nicht für Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf! Es folgt eine mutige Gespensterjagd. Aber anstatt Gespenstern müssen sich die drei Freunde echten Dieben stellen, die in der Villa Kunterbunt einen Koffer voll Gold stehlen wollen. Die haben jedoch die Rechnung nicht mit Pippi Langstrumpf gemacht … Was am Ende mit dem Gold passiert und was es mit den Krummeluspillen auf sich hat … Das darf noch nicht verraten werden.



Premiere: 12. Juni 2021, 19:30 Uhr, Odertalbühne

Die neuen Abenteuer des Baron Münchhausen

Familienmusical von Jan Kirsten (Libretto) und Team takayo (Komposition)

Regie: Lars Franke; Musikalische Leitung: Tilman Hintze; Ausstattung: Frauke Bischinger

Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen weiß die absonderlichsten Geschichten über seine Abenteuer in aller Herren Länder zu berichten, doch ob sie wirklich wahr sind, wie er nicht müde wird zu versichern, ist zweifelhaft: Wer hat jemals davon gehört, dass ein Mensch auf einer Kanonenkugel sitzend nicht nur eine beträchtliche Entfernung zurücklegt, sondern auch noch in vollem Flug auf eine entgegenkommende Kanonenkugel der Gegenpartei umsteigt, weil ihm plötzlich bewusst
wird, dass er dabei ist, ganz allein und ungeschützt im feindlichen Lager zu landen?
Freuen Sie sich auf ein Musical über den berüchtigten Lügenbaron auf der Odertalbühne.



Premiere: 15. August 2020, 15:00 Uhr, Odertalbühne

Robinson Crusoe

Schauspiel nach dem Roman von Daniel Defoe

Regie: Daniel Heinz; Ausstattung: Anke Fischer; Komposition, Musikalische Leitung und Einstudierung: Matthias Manz

Gestrandet auf einer einsamen Insel! Ohne Proviant, Freunde oder Internetverbindung muss Robinson um sein Überleben kämpfen – da kann man schon mal anfangen, mit Vögeln zu reden, oder? Aber was für eine seltsame Sprache dieser Kakadu da spricht – „Zapraszamy także dzieci z Polski“ - Hä?
Wer auch immer diese Flaschenpost findet, bitte sendet Hilfe! Mein Name ist Robinson, ich habe Schiffbruch erlitten und bin auf einer einsamen Insel in der Südsee gestrandet. Nahrung reicht noch ein bisschen und einen Unterschlupf habe ich auch, aber es ist doch recht einsam hier. Sehr einsam. Ich rede sogar schon mit diesem anhänglichen Kakadu… naja, und der antwortet, aber ich verstehe ihn nicht. „Zapraszamy także dzieci z Polski“ – Was soll das nun wieder heißen? Vermutlich werde ich verrückt… Ob ich Vater und Mutter je wiedersehen werde? Jedenfalls, bitte schickt ein Schiff und… Was ist das denn jetzt für ein Lärm am Strand? Sind das menschliche Stimmen? Gleich mal nachschauen… Vergesst das Schiff zu meiner Rettung nicht, okay?



Premieren: 18./19. September 2020, 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Sechs Tanzstunden in sechs Wochen

Von Richard Alfieri, Deutsch von Johan Grumbrecht

Regie: Anke Salzmann

Als die ältere, eher konservative Dame Lily sich einen Tanzkurs im eigenen Zuhause buchte, hatte sie wohl kaum mit dem eigensinnigen Michael Minetti gerechnet. Der temperamentvolle Tanzlehrer stellt ihre Geduld gleich während der ersten Stunde mit unüberlegten Witzen und ungefilterten Bemerkungen gehörig auf die Probe. Und dann lügt er auch noch! Aber auch Lily ist Michael gegenüber nicht ehrlich, wie sich zeigt. Zaghaft finden zwei Außenseiter der Gesellschaft zwischen Swing, Foxtrott und Wiener Walzer zueinander.
Richard Alfieri siedelt seine Geschichte über eine einsame Frau im Rentenalter und einen nicht weniger einsamen ehemaligen Broadwaytänzer in einer stark religiös geprägten Gegend in den Südstaaten der USA an. Mit Witz, Leichtigkeit und großem Verständnis für seine Figuren beschreibt er die Berg-und-Tal-Fahrt dieser einzigartigen Freundschaft, die durch sechs Tanzstunden entsteht.