Schauspiel Premieren - Spielzeit 2007/2008 (11)

5. Oktober 2007

Kopf oder Herz

Ein literarisch-musikalischer Suizid

Der 21. November 1811 ist ein klirrend kalter Tag. Die Wirtsleute des Gasthofs "Stimmings Krug" am Kleinen Wannsee sind deshalb um so mehr verwundert, als die beiden einzigen Gäste, ein junges Paar Anfang 30, Kaffee und Rum ans Ufer bestellen. Sie sind vergnügt, geradezu euphorisch. Ein Tagelöhner der kleinen Gaststätte wird später zu Protokoll geben, er habe das Paar schäkernd am Ufer entlang laufen sehen, sich jagend wie kleine Kinder. Doch kurz darauf hallen zwei Schüsse durch die Herbstlandschaft. Heinrich von Kleist hat in einer kleinen Senke erst Henriette Vogel eine Kugel ins Herz gejagt, danach sich selbst durch den Mund ins Gehirn geschossen.
Voraufführung, Uraufführung 12. Oktober 2007 in Frankfurt/Oder

 

19. Oktober 2007

Heiße Ecke

Was die Hamburger zu Begeisterungsstürmen hinreißt, lässt auch die Brandenburger nicht kalt: „Heiße Ecke“ - die St. Pauli-Revue.

„Heiße Ecke“ nannten die Hamburger ihren legendären Imbiss auf der Reeperbahn.
Bei Hannelore treffen sich alle: Lebenskünstler auf Versager und ganz normale Menschen auf ihr Schicksal. Bei Currywurst, Fritten und Kaffee erzählen und erleben sie ihre täglichen, aufregenden Geschichten. Hören Sie Songs, die Sie nie vergessen und erleben Sie eine Revue von den ganz großen Gefühlen bis zum ganz großen Spaß. Charmant und sexy, lasziv und ehrlich.
Premiere - Beginn des Vorspiels 19:00 Uhr

 

29. November 2007

Schneewittchen

nach dem Volksmärchen Schneewittchen der Brüder Grimm

Es war einmal ein sprechender Zauberspiegel. Er lebte in einem Märchenschloss und musste auf alle Fragen immer die Wahrheit sagen. Die neue Königin stellte ihm immer wieder nur die eine Frage: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?
Obwohl die Königin nicht liebevoll war, war sie schön anzusehen, und der Spiegel musste es ihr auch sagen. Bis eines Tages ihre Stieftochter Schneewittchen viel schöner war als sie. Darüber wurde die Königin wütend und das Unglück nahm seinen Lauf...

Grimms Märchen und ihre vertrauten Gestalten sind aus der Welt unserer Kindheit nicht wegzudenken. In diesem Jahr laden Schneewittchen und die sieben Zwerge kleine und große, deutsche und polnische Kinder in ihr Märchenzauberland ein.
Die Schauspieler der Uckermärkischen Bühnen werden in ihrem Spiel erneut unterstützt von Puppenspielern des Stettiner Figurentheaters PLECIUGA. Wir spielen in deutscher Sprache, die bereits im vierten Jahr behutsam durch polnische Texte ergänzt wird, um unseren polnischen Gästen ebenfalls einen spannendes und vergnügliches Spiel zu bieten.
Uraufführung

 

7. Dezember 2007

Tom, Dick und Harry

Komödie von Ray und Michael Cooney

Tom und Linda Kerwood wollen ein Kind adoptieren und erwarten die Chefin der Adoptionsagentur zum entscheidenden Gespräch. Alles scheint in Ordnung, wären da nicht Toms chaotische Brüder Dick und Harry, die nacheinander mit einem Sack voll Leichenteilen, mit mehreren Kisten geschmuggelter Zigaretten und Brandy und mit illegalen Einwanderern aus dem Kosovo aufkreuzen. Tom versucht zu retten, was zu retten ist, schickt Harry mit den Leichenteilen auf die Mülldeponie und Dick mit seinen Illegalen in dessen Wohnung. Doch als außer des Unwillens von Mrs. Potter, die vergeblich auf ihr Gespräch mit den Kerwoods wartet, noch die Neugier eines Streifenpolizisten geweckt wird und darüber hinaus die osteuropäische Mafia im Haus aufkreuzt, ist Tom nahe daran erst den Überblick und dann den Verstand zu verlieren ...
1.Premiere

 

22. Februar 2008

Traumpatrouille Orion

Eine galaktisch-musikalische Revue durchs Universum

Aus den dunklen Tiefen des Alls überzieht ein dumpfer, hämmernder Ton alle Planeten der bekannten Galaxien. Die Musik – Überbleibsel längst versunkener Kulturepochen und einziges Bindeglied zwischen den Welten und ihren unterschiedlichen Zivilisationen – ist aufs Empfindlichste gestört. Die Organisation der vereinten Welten beauftragt die Besatzung des Raumschiffs Orion mit der Rettung der Musik. Die Crew der Orion macht sich mit Warpgeschwindigkeit auf die Suche nach der geheimnisvollen Quelle des zerstörenden Urtons. Auf ihrer abenteuerlichen Reise landen sie auf dem Planeten der Affen, finden in einer Kometenwolke R2D2, nehmen das alte Spitzohr Spooky an Bord und durchfliegen die ionischen Wolken der Liebe. Zurückgebeamt auf die alte Erde finden sie sich plötzlich in einer Fernsehshow wieder und erleben das mysteriöse Verschwinden der berühmten Schlagersängerin Bärbel Wachholz. Irgendwo tief in den Sphären des Alls begegnen sie dem Bösewicht der Bösewichter: Lars Leder. Die schwarze Eminenz aller Galaxien scheint tatsächlich einen teuflischen Plan zur Beseitigung der Musik gefasst zu haben und ist offenbar am Verschwinden von Bärbel Wachholz nicht unbeteiligt. Kann die Orion das letzte große Rätsel des Universums lösen? Begleiten Sie das Raumschiff Orion auf seiner abenteuerlichen Reise durch alle musikalischen Sphären, gespickt mit den Hits von Bill Ramsey, Duran Duran, ABBA und vielen mehr – bis an den Rand der Unendlichkeit.
Uraufführung

 

29. Februar 2008

Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing

Jerusalem. Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, kehrt von einer Geschäftsreise in seine muslimische Heimat zurück. In seiner Abwesenheit war ein Anschlag auf sein Haus verübt worden, bei dem seine Tochter Recha in Lebensgefahr geriet. Ihr Retter, ein christlicher Tempelherr, verliebt sich in die junge Schöne und sie sich in ihn. Was beide nicht wissen - Recha ist eigentlich Nathans christlich geborene Pflegetochter. Zur selben Zeit wird Nathan zum Sultan Saladin gerufen und um Rat gefragt, welches denn nun die wahre Religion sei. Nathan antwortet mit der berühmten Ringparabel.
Premiere

 

22. März 2008

Faust auf Faust

Goethes Faust-Tragödien komplett an einem Tag

Zum nunmehr siebenten Mal zeigen die Uckermärkischen Bühnen Schwedt am Ostersamstag beide Teile des „Faust“ aufeinanderfolgend an einem Tag.

 

24. April 2008

Märchenherz

Jugendstück von Philip Ridley

Im Saal des leer stehenden Gemeindezentrums treffen Kirsty und Gideon aufeinander. Beide sind 15. Gideon, der Stiefsohn des neuen Hausmeisters, kommt jeden Abend zum Malen dorthin. Eigens dafür hat er eine große Leinwand aufgespannt. Er ist ein „Spinner“, wie Kirsty findet. Sie hat ebenfalls einen Schlüssel, denn ihre Mutter hat früher dieses Zentrum geleitet. Vor einigen Jahren ist sie gestorben und jetzt plant Kirstys Vater, wieder zu heiraten, womit Kirsty überhaupt nicht einverstanden ist. Deshalb ist sie von zu Hause fortgelaufen. Über die Leinwand und die Geschichte, die sie sich gemeinsam dazu ausdenken und die gleichzeitig ihre Realität spiegelt, kommen Gideon und Kirsty einander näher. Und über die eigenen Gefühle entwickelt Kirsty Verständnis für die Situation ihres Vaters und entschließt sich, der neuen Familie zumindest eine Chance zu geben.
Premiere

 

30. April 2008

Tod eines Handlungsreisenden

Schauspiel von Arthur Miller

Willy Loman ist seit Jahrzehnten ein Vertreter, der seinen Traum vom sozialen Aufstieg nicht realisieren konnte. Statt sich das einzugestehen, verschließt Willy vor allem die Augen, was seinem glorifizierten Selbstbild widerspricht. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens, aber auch am Ende seiner physischen und psychischen Kräfte sieht Loman nur noch einen Weg: Er tötet sich, um der Familie durch die Lebensversicherung einen kleinen sozialen Aufstieg zu ermöglichen...
Arthur Millers bekanntestes Theaterstück wurde 1949 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 1985 von Volker Schlöndorff mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle verfilmt. 1999 erhielt „Tod eines Handlungsreisenden“ als bestes Revival der Broadway-Saison den Tony Award und bewies dadurch einmal mehr seine unangefochtene Aktualität.
Premiere - Wegen Erkrankung ausgesetzt auf unbestimmte Zeit.

 

30. April 2008

Donnerstag ist ausverkauft

Loriots dramatische Werke - Teil 2

Nach dem Erfolg von „Die Ente bleibt draußen! - Loriots dramatische Werke - Teil 1“ wird es nun einen zweiten Theaterabend mit kurzen Szenen des bekanntesten und beliebtesten deutschen Komikers geben: Da trifft man sich „An der Opernkasse“, diskutiert die Frage „Sollen Hunde fernsehen?“, sieht sich plötzlich weißen Mäusen, nichtabgelaufenen Parkuhren und sprechenden Hunden gegenüber.
1. Premiere

 

27. Juni 2008

Was ihr wollt

Shakespeare nimmt uns mit ins Land Illyrien, ein Reich der Träume und der Sehnsucht, wo Tollheit, Liebe und Eifersucht die seltsamsten Blüten treiben: Ein Schiffbruch wirft Viola an den Strand, mit knapper Not hat sie ihr Leben gerettet. Verkleidet als Cesario tritt sie in den Dienst des Herzogs Orsino und verliebt sich sofort hoffnungslos in ihren Herrn. Dieser wirbt um die schöne Gräfin Olivia, die nichts von ihm wissen will, sich aber in den neuen Diener Cesario/Viola verliebt. Das Chaos der Gefühle beginnt. Wer liebt wen? Wer kommt woher? Und wer ist eigentlich wer? Keiner ist, was er zu sein scheint: Männer sind Frauen und Frauen Männer. Angetrieben wird dieses wilde, groteske Spiel einzig und allein durch die LIEBE.

Mit „Was ihr wollt“ eröffnete das Theater der Stadt Schwedt 1978 das damalige Kulturhaus Schwedt. Aus Anlass dieses 30jährigen Jubiläums haben wir William Shakespeares meistgespielte Komödie wieder in den Spielplan aufgenommen. Geschrieben mit burlesker Leichtigkeit und feinsinnigem Ernst zeigt Shakespeare in turbulenten Szenen, dass alles möglich scheint, nichts so ist, wie es scheint, und die Gefühle in Verwirrung gestürzt werden, bevor sich alles wieder in geordnete Bahnen lenkt.
Premiere