zeitung des 10. schultheaterfestes der
uckermärkischen bühnen schwedt




22.06.2203 - 26.06.2003
Ausgabe vom: Donnerstag, 26. Juni 2003
zur Ausgabe vom Dienstag

 
 
    Ashpaltkinder
    Aufruf der Backenhörnchen
    Hab mich lieb
    Die Physiker
    Schwer bewaffnet
    Der letzte Versuch
    Die Oma ins Heim
    Till Eulenspiegel
    Schwarz und weiss
    Dr.med Hiob Prätorius
    Volleyballturnier
    Anmerkung
    Impressum
 
       
 
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  ASPHALTKINDER - Nur ein Traum  
     
 
Das Jugendstück von Karlheinz Scherfling setzte die 7. Klasse des Einstein-Gymnasiums Angermünde überzeugend um.

Ein lustiges Stück mit einem ernsten Hintergrund, in dem es um Weglaufen, Alkohol, Liebe, Diebstahl und Prostitution geht. Es zeigt, wie Jugendliche enden können, wenn sie von zu Hause ausreißen und das man in der „neuen Umgebung“ schnell abrutschen kann. Doch es war, Gott sei dank, nur ein Traum!

Die Sichtweise der Schauspieler ist folgende: „Wir wollen mit „Asphaltkinder“ anderen zeigen, wie die Realität aussieht und wir wollen nicht enden wie die Jugendlichen im Stück.“ - das konnte man im anschließenden Aufführungsgespräch erfahren. Bemerkenswert ist, dass die 7. Klasse „Asphaltkinder“ in der Freizeit (!) einstudiert hat und das in diesem Stück 25 Schüler vor und 3 Schüler hinter den Kulissen mitwirkten.

Tina Darge / Ines Pierau

 

Bild: Asphaltkinder

 
     
 
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AUFRUF DER BACKENHÖRNCHEN

 
     
 
Ein spontaner Lückenfüller war dieser Auftritt von zwei Schülern (Sebastian Beuster und Nicole Busch) des Einstein-Gymnasiums Angermünde aus der 11. Klasse.

In ihrer Rede wurden Anspielungen auf das politische Geschehen der letzten Monate humorvoll verpackt: „Das Ziel: Die Weltherrschaft!“

 

Beide Darsteller hatten sich als texanische Backenhörnchen verkleidet und durch ihre lustige Sprechweise zogen sie das Publikum auf ihre Seite.

Tina Darge / Ines Pierau

 
     
 
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  HAB MICH LIEB  
     
 
In „Hab mich lieb“ wird gezeigt, wie Kinder mit sexuellem Mißbrauch konfrontiert werden und wie sie versuchen dieser ausweglosen Situation zu entfliehen. Thea wählte den Tod. Ihre Schwester Ute gibt uns nun mit Hilfe eines Tagebuches einen Rückblick auf Theas Leben...

„Hab mich lieb“ befasst sich mit einem Thema, dass in der heutigen Zeit leider oft vorkommt.

Tina Darge / Ines Pierau

Die richtige Lösung?

Das Thema sexueller Missbrauch innerhalb der Familie ist ein schwieriges, aktuelles und wichtiges Thema. Ein Thema, mit dem sich nicht nur betroffene auseinandersetzen müssen. Besonders die präventive Arbeit muss hier im Vordergrund stehen. Durch verstärkte Medienberichte kommen immer wieder Vorfälle ans Licht der Öffentlichkeit und die Dunkelziffer der nicht angezeigten Straftaten ist sehr hoch. Aus der Statistik geht hervor, das jedes Jahr etwa 16.000 Kinder in irgendeiner Form sexuell Missbraucht werden. Es sind überwiegend Mädchen und die Täter in Regel Männer.*

Es kann also nicht verkehrt sein, wenn eine Schultheatergruppe versucht, auf diesem Gebiet Aufklärungsarbeit zu leisten. In welcher Form das geschehen kann ist jeder Gruppe selbst überlassen. Der Kurs WP Darstellen und Gestalten, Klasse 9, der Gesamtschule Biesenthal wählte eine Szenenfolge, einen Tagebuchabriss. Zwei Schwestern, die vom Alter her unterschiedlich sind, leben in einer „normalen“ Familie. Die jüngere der beiden wird von ihrem Vater sexuell missbraucht. Sie zerbricht daran und nimmt sich das Leben. Die ältere Schwester versucht nachzuvollziehen, was in ihr vorging und wie das geschehen konnte. Mit Hilfe des Tagebuches ihrer Schwester rekonstruiert sie Situationen aus deren Leben, die beispielhaft für den Missbrauch stehen. Da ist die Tatsache, das sich der Vater mehr mit der Jüngeren beschäftigt, zärtlicher zu ihr ist. Die Tatsache, das die schulischen Leistungen abfallen und die Tatsache, das sie immer verschlossener wird und ihrem Vater gegenüber eine Wand aufbaut. Auch als sie sich ihrer Mutter anvertraut glaubt die ihr nicht. Erst im Gespräch mit einer Freundin erkennt die Mutter, das da mehr sein muss als nur väterliche Zuwendung.

  Aber eine wirkliche Lösung des Problems führt auch sie nicht herbei, und so bleibt dem Mädchen nichts weiter als die Flucht in den Tod.

Das ist eine interessante Geschichte, wenn gleich es auch der Gruppe nicht immer geglückt ist, im selbsterarbeiteten Text die richtigen Worte zu finden. Mir schien, das die Gruppe im gemeinsamen Spiel noch nicht so sehr gefestigt ist. Es war die erste größere Aufführung, der erste Kontakt der Schüler mit Theater. Das war zu merken und das war in Ordnung. Manchmal mangelte es eben einfach nur an Ernsthaftigkeit.

Vielleicht wäre bei diesem Text eine szenische Lesung interessanter gewesen. Die Wichtigkeit auf den Text gelegt und weniger auf die szenische Umsetzung. Wenn die Schüler weiter beim Darstellenden Spiel bleiben, hoffe ich doch, das wir sie im nächsten Jahr wiedersehen. Vielleicht dann mit einem Stück, das noch besser zu ihnen passt. Und vor allem: Ist der Suizid die richtige Lösung? Wäre nicht ein anderer, hoffnungsvoller Weg in Frage gekommen?

Roy Blacha
* Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 14/8181



Zuschauer

 
     
 
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DIE PHYSIKER oder wer war verrückt?

 
     
 
Der DS-Kurs, Klasse 13, des Gauß-Gymnasiums Schwedt, spielte „Die Physiker“. Von Dürrenmatt. Ein harter Brocken, hat jeder doch schon mindestens eine andere Version davon gesehen. Fast jedes Jahr spielt eine Gruppe diesen „Klassiker“. Und so ist vorweg schon der Mut zu loben, sich an dieses Stück zu trauen. Viel, viel Text, der kaum Möglichkeiten zum Spielen bietet will erst einmal bewältigt werden.

Um die drei Morde aufzuklären, die an den Krankenschwestern der Anstalt verübt wurden kommt der Kommissar Voß (Lars Radke) ins Haus und findet sich bald nicht mehr zurecht in den Aussagen der Patienten und der Leiterin. Aber er behält die Ruhe und leitet alle notwendigen Maßnahmen ein um weitere Morde zu verhindern. So werden die Fenster vergittert und das Pflegepersonal gegen Wachmänner ausgetauscht. Es bleibt keine Zeit: die drei Physiker müssen handeln. Und ab da beginnt das Stück. Newton (Sebastian Boy) gibt sich als Agent zu erkennen, der hinter dem Physiker Möbius her ist und diesen mitnehmen will. Einstein (Markus Illner) ist auch ein getarnter Agent und hat das gleiche Ziel. Nur Möbius (Toni Neumann) scheint der einzig wirkliche Physiker und Verrückte zu sein. Aber es kommt alles anders. Die Flucht kann nicht durchgeführt werden und so beschließen sie eben für immer in der Anstalt zu bleiben. Weiter Verrückte spielend. Spielend?

Oder ist vielleicht die Irrenärztin Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, die Leiterin der Klinik, die einzig wirklich Verrückte? Man könnte es glauben, spielt doch Anna Hoppe diese Rolle sehr überzeugend. Sie steigert sich im Laufe der Inszenierung und man kann mitverfolgen, wie sie sich entwickelt. Letztendlich kommt heraus, das sie alle Unterlagen des Physikers Möbius gestohlen hat und so versucht ein Imperium aufzubauen. Was für ein wahnsinniger Plan.

Leiter Dirk Fenske hat die Darsteller so besetzt, wie die Rollen es verlangen – genau richtig. Und er hat sich Gäste aus der 10ten Klase geholt (die drei Buben), die nur durch ihre Anwesenheit das Bühnenbild bereicherten.

 

Bild: Die Physiker

Im Ernst: eine ideale Besetzung. Die drei nervenkranken, oder auch nicht nervenkranken, Physiker spielen ihre Rollen durchgängig und mit dem Gefühl für die Rolle, das ich erwarte. Die langen Dialoge im letzten Teil des Stückes wurden dadurch auch nicht langweilig – es herrschte gespannte Stimmung auf der Hinterbühne. Das Bühnenbild war mehr als spärlich eingerichtet und die wenigen Requisiten wurden geschickt eingebaut. Und wo sie fehlten, mussten eben zwei Finger als Pistole herhalten.

Es wurde auf Kleinigkeiten geachtet und die technischen Möglichkeiten, die dieses Haus bietet, wurden genutzt. Die Lichtstimmungen waren gut ausgewählt und die Musik tötete einem den Nerv schon von Anfang an – wie es sich für eine Nervenheilanstalt gehört. Alles in allem eine gelungene Version der Physiker, die einem DS-Kurs gut zu Gesicht steht.

Roy Blacha

 

 
     
 
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SCHWER BEWAFFNET mit Vissflasche und Lappen

 
     
 
Die Theater AG des Humboldt-Gymnasiums Eberswalde, unter Leitung von Bianca Radimersky besteht aus Schülern und Schülerinnen der Klassen fünf – zwölf. Das ist eine ziemliche Altersspanne, die erst einmal unter einen Hut gebracht werden will. Das funktioniert nur, weil alle Theater spielen wollen, weil alle im Rampenlicht stehen wollen. Und dazu bekommen ziemlich viele die Gelegenheit. Die Bühne ist nicht nur mit Darstellern voll, auch ein umfangreiches Bühnenbild bietet dem Auge die Möglichkeit umherzuwandern.

„Eine Woche voller Samstage“ ist ein Kinderstück und wurde nicht zum ersten mal aufgeführt, sondern läuft öfter in Eberswalde. Und so war das Spiel schon etwas routinierter als bei anderen Gruppen. Wie gesagt: Es waren eine Menge Leute zu bändigen. Was hinter den Kulissen, während der Umbauten nicht ganz gelang und am Geräusch erkennbar war, was für einen Gegenstand jeder gerade bewegte. Und da ging die Erzählerin oft in der Geräuschkulisse unter. Schade.

Es herrschte ein quirliges, lebendiges Spiel und man konnte jedem Darsteller ansehen, das es ihm Spaß machte hier auf der Bühne zu stehen. War es auch manchmal etwas zu viel Bewegung, die vom Spiel ablenkte, so war es doch erstaunlich, das die Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren, die in einer langen ersten Reihe saßen, das Spiel um die Geschichte des Sams aufmerksam verfolgten, und sich im anschließenden Zuschauergespräch mehrheitlich für den Eisbären als Lieblingsfigur entschieden. Immerhin neun von 13 nannten ihn. Vielleicht sollte die Gruppe im nächsten Jahr „Der kleine Eisbär“ auf die Bühne bringen...

Das Gesicht des Sams war unter einer großen, organgenen Perücke versteckt, so das man die typischen blauen Wunschpunkte oft nicht sehen konnte. Aber dennoch war das Sams recht aktiv auf der Bühne und hielt das Spiel in Bewegung. Frau Rotkohl und Herr Taschenbier konnten in ihren Rollen ebenfalls überzeugen. Sie ergänzten sich im Spiel um ihre Dialoge.

 

Und selbst die, eigentlich böse Frau Rotkohl fanden die Kinder toll. Wahrscheinlich auch, weil die Gruppe (und da besonders Frau Rotkohl) den Kontakt zum Publikum suchte, teilweise auf das Publikum reagierte. Frau Rotkohl, immer schwer bewaffnet mit Viss-Flasche und Putztuch, besprühte zum Beispiel die Kinder mit Wasser. Und das finden sie, erfahrungsgemäß, auch richtig lustig.

Es war eine rundum nette Inszenierung, die für Kinder den Spaß bietet, den sie im Theater erwarten, und mit dem man sie im Theater halten kann, oder noch besser: mit dem man sie auch wieder ins Theater bekommt. Das sind die Zuschauer von Morgen, die dann in den Stück der 13er sitzen und oder selber spielen. Hoffen wir, das „Die Woche voller Samstage“ genau das ausgelöst hat.

Roy Blacha




Bild: Schwer bewaffnet

 
     
 
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DER LETZTE VERSUCH und der war geglückt

 
     
 
Es war ein Fest für´s Auge, ein Meer aus Farben und Darstellern, die in ihren Rollen aufgingen. Von der Idee an sich ganz zu schweigen. Da sind drei Maler, die nicht mehr richtig malen können und die geraten in Konflikt mit den Frauen, oder den Farben oder überhaupt mit sich selber. Und so entwickelt sich ein Spiel, das nicht nur Tränen in die Augen trieb, sondern auch das Nicken der Anerkennung in den Kopf, angesichts solcher Bilder, wie die, die dort auf der Bühne entstanden.

Neun Farben, neun junge Frauen – nicht nur jede in einem andersfarbigen Kostüm, sondern auch jede in ihrer Art verschieden. (Die Besetzung erfolgte übrigens genau gegen die Art der jeweiligen Darstellerin.) Eine im wahrsten Sinne des Wortes bunte Mischung. Sie johlten, kreischten, weinten, strampelten, lachten und hatten Wutausbrüche. Zorn, Trauer, Enttäuschung, Liebe – als das war zu sehen in Gesichtern, die alle ständig bei der Sache waren und unentwegt in ihrer Rolle lebten. Nichts lenkte ab und die Konzentration blieb immer bei den Hauptakteuren. Drei ganze „Kerle“ (unter anderem auch der Jupiter aus den „Fliegen“), die sich gegenseitig nicht nur das Wasser sondern auch die Pinsel reichten. Jeder ein Typ für sich und doch genau der Typ, den man von einem extravertierten Maler erwartet.

Zum Beispiel der Frauenheld. Keine Bilder malen können, aber so viel Charisma haben, das ihm die Frauen zu Füßen liegen. Und ich muss sagen, das die „Ich-leg-sie-alle-flach“-Szene wohl die beste Idee in der Inszenierung war. Bis hin zur Zigarette danach. Oder der Einblick in die Haushaltsführung der Drei-Maler-WG. Klischees wurden bedient und das geschickt. Dialoge wie: „Machst du die Spüle?“ – „?“ – „Na, wenn ich mal nicht mehr bin!“ – toll. Aber auch jede einzelne Farbe war ein (ich schreib es ruhig mal so) farbiger Fleck, der die Inszenierung rund machte. Eine Einzelne hervorzuheben wäre ungerecht, denn alle waren etwas besonderes. Aber dennoch blieb mir Grau in bester Erinnerung, nicht nur, weil sie von den Farben die Führungsrolle hatte, sondern auch, weil die Besetzung genau richtig war, und genau gegen die Erwartungen des Publikums spielte. Oder Rosa, ein kleiner Wirbelwind, oder Rot die die Liebe treffend verkörperte – wenn man das so schreiben kann. Ach, es wäre müßig alles aufzuzählen.

 

Stimmig auch der Einsatz der gut ausgewählten Musik, der Rhythmus der Inszenierung und das Tempo. Schade eigentlich, das man dieses Stück nicht noch einmal sehen kann, war doch „Der letzte Versuch“ die letzte Vorstellung dieser Gruppe aus Frankfurt (Oder), unter der Leitung von Kerstin Hanne.

Roy Blacha





Bild: Der letzte Versuch

 
     
 
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DIE OMA INS HEIM vom Kaffeetisch weg

 
     
 
In vier kurzen Szenen zeigten uns die Prenzlauer Schüler des Kurses Darstellendes Spiel, Klasse 11, des Städtischen Gymnasiums, Situationen aus dem Alltag, in denen zu sehen ist, wie wir mit anderen umgehen.

Mit der Schwester oder Oma zum Beispiel. Die eine Schwester bekommt von der Oma Geld, die andere nicht, dafür diese von der Mutter, was die andere nicht gut findet. Die eine raucht, die andere verpetzt es. Nun ja, was daraus für Konflikte entstehen, wissen wir, besonders wenn der Vater nur den Tisch verläßt um mal mit den fünf Fingern auf den Tisch zu hauen. Aber was aus dieser Situation entsteht ist eine schöne Idee. Da muss nämlich die Oma für alles bluten. Diese wird nämlich vom Tisch weg in ein Heim verfrachtet. Das geht, weil die Koffer schon gepackt sind. Vielleicht Alltag, vielleicht auch nicht, aber rührend gespielt von den Prenzlauern.

Diese standen zum ersten Mal auf der Bühne und in dieser Besetzung. Die Szenencollage haben sie selber geschrieben und bearbeitet. Immerhin 20 Darsteller versammelten sich im Foyer der ubs., der denkbar schlechtesten Spielstätte, aber für dieses Stück, auf Grund der Breite der Bühne, genau richtig. Und, es war die Premiere.

Dann kam die Szene mit der neuen, türkischen Mitschülerin, die natürlich in Konflikt mit einer ausländerfeindlichen Schülerin gerät. Aber, hier wendet sich alles zum Guten, und vielleicht sind sie heute ja schon die dicksten Freundinnen.

Apropos Freundinen: Vier Freundinen und ein Junge. Einer von ihnen ist mirt ihm zusammen und die anere verliebt sich ausgerechnet in diesen Jungen. Probleme sind da garantiert, noch dazu wo alles auffliegt, und sie beste Freundin und neuen Freund verliert. Das Ende hingegen ist tragisch: Sie wählt eine handvoll Schlaftabletten um diesem scheinbaren Dilemma zu entfliehen.

 

Auch hier, wie bei „Hab mich lieb“ frage ich mich: Kann es keine positive, optimistische Lösung dafür geben? Immer gleich der Tod?

Und die terrorrisierte Klasse und Lehrerin kommen zu einem guten Ende. Es wird sogar nach dem Unterricht die Friedenspfeife oder -zigarette geraucht. (In dieser Szene besonders bemerkenswert: Der gebastelte Zigarettenautomat! Echt gut.)

Zwischen den Szenen stellten die Prenzlauer das Gedicht „Augen in der Großstadt“ von Kurt Tucholsky, das sie spielten.

Für alle Darsteller wäre es ein Gutes, wenn sie im nächsten Jahr beim Darstellenden Spiel bleiben. Nicht nur um mehr zu lernen von Theater und Bewegung auf der Bühne, sondern auch, weil sie sich mit alltäglichen Themen auf diese Weise auseinandersetzen können. Dieses Stück war ein Anfang.

Roy Blacha


Bild: Die Oma ins Heim

 
     
 
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  TILL EULENSPIEGEL  
     
 



Mittwoch früh 11.oo Uhr - auf der Hinterbühne waren wohl die jüngsten Teilnehmer desdiesjährigen Schultheatertreffens zu Gast - Schüler/Innen der Kreismusikschule Prenzlau,Nebenstelle Angermünde mit ihrer Lehrerin Frau Glös.
Die kleinen Mädchen und Jungen vom Chor erzählten in ihren Liedern kleine Geschichten über den bekannten Schalk aus dem Mittelalter.

Musikalisch unterstützt wurden sie von einem kleinen Orchester.Es herrschte große Aufregung, jeder von den Sängern wollte sein Bestes geben.

 

Dass dabei manchem Sänger andere Dinge wichtiger wurden, (ein heruntergefallener Button oder daseigene T-Shirt) hatte wohl mit dem „Lampenfieber“ zu tun. Der Till, ein fröhlicher Junge, mit kräftiger Stimme war gut besetzt. Die kleinen Spielszenen unterstützten den Gesang und sind durchaus ausbaufähig.Eine Erzählerin (hier kam eine Mikro zum Einsatz) half, die Geschichte verständlich zumachen, da mancher Text der kleinen Sänger nicht so deutlich zu verstehen war.Insgesamt eine tolle Leistung der jüngsten Teilnehmer - macht weiter so!

Betty

 
     
 
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  SCHWARZ UND WEISS  
     
 
Es gab in der Fülle der Stücke in diesen Tagen nur einmal den Versuch von Kabarett und Comedy: von FKK, der Kabarettgruppe des Gymnasiums Eberswalde Finow. Es scheint wohl eine Theaterform zu sein, die die wenigsten Gruppen in Betracht ziehen für ihre Projekte, dabei wäre es für manche Gruppe die bessere Lösung gewesen.

Die Eberswalder hatten sich Texte aus allen möglichen Themenbereichen ausgesucht. Da ging es um das Atombombenbastelset von Aldi, um die Müllabfuhr, und sich überscheidende Radiosendungen oder um Alltagsgeschichten. Eine bunte Mischung. Die Schüler haben Bühnenerfahrung, waren sie doch schon im letzten Jahr mit von der Partie. Natürlich auch mit einem Kabarettprogramm. Eine gute halbe Stunde brauchte man nicht drüber nachzudenken, wo der Sinn des Stückes lag, denn die Texte sollten wohl in erster Linie zum Lachen anregen und das taten sie auch. Interessante junge Menschen, die sich da in dieser Gruppe zusammengefunden haben und die gemeinsam etwas machen wollen. Es fehlte aber ein bisschen der Zynismus und die Bissigkeit von Kabarett und Comedy. Vielleicht lag es an den Texten oder der Musikauswahl: ein bisschen mehr Frische und Lockerheit hätten die Sache runder gemacht.

 

Die Darsteller spielten auch nicht wirklich miteinander und so war es schon erschreckend zu sehen, wie der Partner hängengelassen wird, wenn er einen Hänger hat, der so schlimm ist, das er hinter die Bühne gehen muss. Das ist doch bei Comedy kein Problem, das kann man überspielen und einbauen. Aber so?

Alle Achtung aber vor dem Mut, diese Texte auf die Bühne zu bringen. Sie waren teilweise schwer umsetzbar und zu tiefgründig. Trotzdem hat die Gruppe es gemacht. Hut ab. Und, es war nicht schwarz weiss, sondern wirklich kunterbunt.

Roy Blacha

Schwarz und weiss

 
     
 
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  DR. MED. HIOB PRÄTORIUS  
     
 
Die Handlung ist eine kleine Kriminalgeschichte um den Doktor Prätorius, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden, der eigentlich gar kein Doktor ist, um sein Faktotum, einem Mörder, der nach der Hinrichtung noch am Leben ist und seine Frau, die Spanierin, die aus Halle an der Saale kommt. In diesem Fall ermitteln Holmes und Watson. Der Fall? Prätorius und seine Frau kommen bei einem Autounfall ums Leben. War es ein Unfall? Es gibt eine Lösung.

Der Kurs DS, Klasse 12, des Gauß-Gymnasiums Schwedt, unter der Regie von Simone Grieger, hat diese Komödie von Curt Götz in Szene gesetzt. Ein Text, der viel Wortwitz und köstliche Dialoge enthält und so den kleinen Saal (der mal wieder überüberübervoll war) des öfteren zum Lachen brachte. Die beschwingte Musik sorgte von Anfang an für eine gelöste Stimmung in den Reihen.

Holmes und Watson waren ein ideales Paar auf der Bühne – nicht nur optisch, sondern auch im spielerischen Umgang miteinander. Sie ergänzten sich und hielten so die Spannung in dem recht textlastigen Stück. Überhaupt war die Besetzung geschickt ausgewählt. Der Doktor Prätorius wurde von einem jungen Mann gespielt, dem man den ersten Bühnenkontakt ansah, der aber seine Rolle genauso spielte, wie man sich den Doktor vorstellt. Etwas überheblich, etwas gefühlskalt und immer die richtige Antwort. Und immer etwas distanziert von den anderen. Außer bei seiner Frau, der Spanierin, die gar keine war, sondern eine ehemalige Patientin. Auch sie passte zum Doktor und zur Rolle. Das Stück war stimmig. Es wurde nicht mit einem üppigen Bühnenbild gearbeitet, sondern nur das notwendigste eingesetzt und benutzt.

Das der Doktor das Gen der Dummheit nicht mehr zu Lebzeiten gefunden hat, liegt an seinem Tod. Und Watson und Holmes klären den Fall auf. Es kann bei diesen beiden auch gar nicht anders erwartet werden. Wahrscheinlich hatten sie den Fall schon gelöst, bevor er passierte.

Kriminalstücke, bzw. –komödien sind selten zu sehen während der Schultheatertage und so hat die Gruppe auch mit der Wahl des Stückes die richtige Entscheidung getroffen.

 

Bild: Dr.med.Hiob Prätorius

Und trotz der 50 °C im Schatten (...kleiner Saal): eine amüsante dreiviertel Stunde!

Roy Blacha

 
     
 
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  VOLLEYBALLTURNIER  
     
 
Beim obligatorischen Volleyballturnier kämpften sich, bei recht kühlem Wetter und leichtem Nieselregen folgende Mannschaften an die Spitze:

1. Platz Boykottsupporter (Oberstufenzentrum Schwedt)
2. Die um die B tanzen (Gauß Gym)
3. Monsters (Bühnentechnik der ubs.)
4. NV Bühne (Schauspieler ubs.)

Als Schiedsrichter fungierte wie immer: Karl-Heinz Sommer, und die Konditorei Schäpe spendierte die Siegertorte. Recht herzlichen Dank!

Weiterhin waren dabei: Isabellas Teufel (Bad Freienwalde), die 6 Zwerge (Gauß), FKK (Eberswalde) und die HumbiHorste (Eberswalde)

 

Die Gewinner des Volleyballtuniers

 
     
 
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  ANMERKUNG  
     
 
Leider war es nicht möglich, über alle gesehenen Stücke etwas zu schreiben. Das hat nichts mit einer Wertung über die Stücke zu tun, die in dieser Zeitung nicht auftauchen. Es ist einfach eine Frage er Zeit und der Kraft. Vielleicht wird es im nächsten Jahr anders...

Roy Blacha




Bild: Antigone

 

Bild: Leben, Traum, Tod

 
     
 
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  Impressum
 
     
 

Schultheaterzeitung "Sonnensegel"
Redaktion: Roy Blacha
Fotos: Udo Krause

 

www.theater-schwedt.de
www.royblacha.de
www.davidonamission.de (der Logo-Macher)