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zeitung
des 10. schultheaterfestes der
uckermärkischen bühnen schwedt
22.06.2203 - 26.06.2003
Ausgabe vom: Dienstag, 24. Juni 2003
zur
Ausgabe vom Donnerstag
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SCHULTHEATERFESTZEITUNG`s - macher Eingangsworte |
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| Diese Zeitung
soll eine Art Begleitheft sein, ein Stück Erinnerung
vielleicht oder auch Anreiz und Ansporn zum Weitermachen.
Es ist schwierig, immer den richtigen Ton zu treffen und
niemanden zu verletzen. Aber es nützt auch niemanden,
wenn man die Stücke schön redet, sich vor Kritik
drückt und allen Honig ums Maul schmiert. Das bringt
nichts, trägt es ja nicht dazu bei, etwas zu ändern,
was dann im nächsten Jahr schon ganz anders aussehen
könnte. Gerade beim Schultheater steht das Lernen
im Vordergrund bei solchen Begegnungen. Das Lernen von
Theatertechniken, von Schauspielgrundlagen. Immer nur
im eigenen Saft schmoren macht nicht glücklich.
Und so hoffe ich, das diese Zeitung nicht allzu kritisch
ausfällt und keinem oder keiner damit |
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wehgetan wird.
Sollte das dennoch der Fall sein, tut es mir leid. Aber,
weil wir gerade vom Lernen sprachen: Man muß auch
lernen, mit Kritik umgehen zu können. Denn das ist
das allerschwerste beim Theaterspielen!
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein paar schöne
Tage!
Roy Blacha
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KLASSENFEIND - Leben zwischen den Bänken |
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| Es ist immer ein
riskantes Unterfangen, eine nicht fertig gewordene Inszenierung
als öffentliche Probe anzukündigen, zumal jeder
sich darunter etwas anderes vorstellt und ich, für
meinen Teil, noch nie eine wirklich öffentliche Probe
gesehen habe, bei der der Regisseur, oder Spielleiter
eingreift und korrigiert. So auch nicht am frühen
Sonntagabend beim Vor-Eröffnungsstück „KLASSENFEIND“,
des Kurses DS Klasse 11 des Lenné-Gymnasiums Schwedt.
Es war ein Stück von Stück zu sehen. Ein Bruchteil,
der jede Beurteilung eigentlich unmöglich macht.
Ein momentanes Arbeitsergebnis.
Wenn man das Programmheft liest, denkt man an ein typisches,
klischeehaftes Schultheaterstück: Der Konflikt
zwischen Schülern und Lehrern, Jugendlichen und
der Gesellschaft, in der sie versuchen ihren Weg zu
finden. Man wird enttäuscht, den der Text der einem
dann von der Bühne an die Ohren fliegt ist stark
gewöhnungsbedürftig. Stark im Fäkalbereich
angesiedelt und nur so überschäumend vor Wut,
die sich in eben dieser Sprache widerspiegelt. Und so
eröffnet auch laute Rockmusik das Stück und
versetzt den Zuschauer direkt, mitten hinein in eine
Schlägerei, die sich dann als kumpelhaftes Gerangel
herausstellt – Schauplatz ein Klassenraum. Eine
gemischte, sechsköpfige Gruppe Jugendlicher, damit
beschäftigt die Zeit in der Schule totzuschlagen,
während sie auf Lehrer warten, die sich nicht mehr
trauen, diese Klasse zu unterrichten, weil sie auf den
ersten, oberflächlichen Blick, nicht zu bändigen
ist. Es stellt sich heraus, das selbst versierte Sozialarbeit
an einigen der Schüler, die teilweise schon vorbestraft
sind, verzweifelten.
Von Anfang an sind die Rollen klar verteilt und man
merkt als Zuschauer leider etwas zu schnell, worauf
es hinausläuft: Jeder Einzelne hat eine Geschichte,
die ihn zu dem machte, was er heute ist. Die trinkende
Vater und der schlagende Vater zum Beispiel. Und diese
Geschichten werden erzählt; zwischendurch, als
kurze Ruhepole in denen die Stimmung kippen würde,
hätte der Kurs es geschafft, das Stück fertigzubekommen.
Schade das sie es nicht geschafft haben, ist doch dieses
Stück, das nach seiner Uraufführung in London
verboten wurde, eine Herausforderung gerade für
Schultheater. Und so sagten die Schüler im anschließenden,
kurzen Gespräch auch, das sie damit zu kämpfen
hatten den Text zu verarbeiten und irgendwo die Rollen
zu finden, die sie spielen sollten. Man kann es ihnen
glauben.
Da ist Fetzer (Benjamin Berger), der Anführer
der Gruppe, bei dem sich alles nur um Sex dreht. „Ficken“
in seiner Sprache. Und er ist der Obermacho, der der
alles im Griff hat. Nichts scheint ein Problem zu sein.
Leider ist das Stück zu Ende bevor man seinen wahren
Charakter kennenlernt. Aber man kann ihn vermuten. Er
lenkt die Gruppe in seine Richtung. Aber so richtig
gelingt es ihm nicht, versucht doch jeder ein wenig
Individualität zu behalten. Das kommt zum Vorschein,
als er den Vorschlag macht Schule zu spielen. Jeder
soll eine Stunde unterrichten und nach kurzem Widerstand
kommt es auch dazu. |
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Und dabei zeigen
sich dann die Anderen Seiten der Gruppenmitglieder.
Sweetheart (René Märker) zum Beispiel, der
über das Thema Sex sprechen soll, stellt sich nicht
als der coole „Weiberheld“ heraus, der er
zu sein vorgibt, sondern vielmehr merkt man, das er
noch nie einem Mädchen nahe wahr, oder aber Homosexuell
ist und genau in diesem Konflikt gefangen ist. Er kommt
mit dieser Situation nicht klar und Fetzer verhöhnt
ihn, ohne zu erkennen was passiert. Oder Koloss (Franziska
Wulf), die ständig in Bewegung ist, mit ihrem Sex-Appeal
spielt und eine mehr als große Klappe hat –
bei ihr spürt man bei jedem Satz das Spiel das
sie spielt, hinter dem sie sich versteckt. Schade auch
bei dieser Figur, das man nicht mehr erfährt was
hinter ihrer Fassade steckt. Und so geht es weiter,
wenn das Stück vielleicht im nächsten Jahr
fertig wird.
Aber bis dahin muß noch einiges getan werden.
Spielleiterin Annette Müller und ihre Schüler
haben mit diesem Stück den richtigen Riecher und
viel Mut bewiesen. Schockieren wollen sie, sagten die
Schüler, und das kann ihnen auch gelingen, wenn
die Spielfreude überspringt, wenn das Stück
an Energie und Tempo gewinnt. Die Spieler müssen
den Text unterstützen in einer Art, die nicht Text
und Spiel trennt, sondern vereint. Übergänge
im Sprechen, mehr körperlicher Einsatz, auch wenn
dann der Text mal nicht zu verstehen ist – spielen
eben. Die Brüche könnten in den Vordergrund
rücken, durch Musik unterlegt oder angekündigt,
die sich durchs ganze Stück zieht. Wenn die Spieler
ihre Rollen gefunden haben, kann das Stück bunt
und laut werden, hart und aggressiv, weich und zärtlich.
Je nach Situation. Alles ist im Text und kann gezeigt
werden. Es wäre interessant zu sehen, was daraus
wird. Das Stück ist es wert, gespielt zu werden!
Roy Blacha

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Faust
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| Kann man mit zwei
Stühlen, einem Klavier und sechs Darstellern in 40
Minuten ‚Faust’ spielen?
Frankfurter Abiturienten des ‚Theaters an der
Senke’ unter der Leitung von Jürgen Barber
zeigten in ihrer Inszenierung des bekannten Stoffes,
dass es möglich ist.
Faust, überraschend gespielt von einem Mädchen,
begegnet den Zuschauern eingangs nicht in der Studierstube,
sondern bereits im Dialog mit einem ebenfalls weiblichen
Mephisto, der listig die Verjüngung forciert. Im
Zusammenspiel der beiden Kontrahenten dominierte der
Teufel, dem Faust in Mimik und Körpersprache nicht
immer gewachsen war.
Gretchen erschien dem Publikum völlig naiv, beinahe
unbeholfen; zum „schönen Fräulein“
verwandelte sie sich in dem Moment, als sie die imaginäre
Halskette umlegte.
Die Zuschauerreaktionen auf den Dialog zwischen Marthe
und Mephisto waren offensichtlich – diese Szene
gehörte zu den überzeugendsten der Aufführung.
Ebenso gelungen war die ‚Walpurgisnacht’,
die wahrscheinlich kein Zuschauer bisher in dieser kleinen
Besetzung sah. |
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Der gezielte
Einsatz des Klaviers setzte Akzente in dieser letzten
Vorstellung des Stückes.
Annette Müller
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TORTE SATT und Saft für trockne Kehlen
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| Sonntag, kurz
nach 18 Uhr im Podium der ubs. - das Schultheaterfest
wird eröffnet. Das Zehnte mittlerweile. In der Mitte
des Raumes eine riesige ubs.-Torte und etwas weiter hinten,
an der Wand, diverse Säfte fein säuberlich in
Becher aufgeteilt. In den Gesichtern der zahlreichen Gäste,
die den Raum bis fast unter die Decke füllen, kann
man Spannung und Vorfreude ablesen. Und dann beginnt die
Eröffnung (wie kann es anders sein?) mit einer Performace
der Schüler. Es geht um Theater und um die tragende
Rolle, die darin besteht, ein Mädchen über die
Schulter gelegt wegzutragen.
Danach sprach Reinhard Simon, der Intendant der Uckermärkischen
Bühnen Schwedt, über bevorstehende Theaterschließungen
und die Notwendigkeit von Schultheater. Nur wenn die
Schüler selber Theater spielen, wissen sie wie
wichtig Theater ist. Und jedes geschlossene Theater
ist eins zuviel. Waltraud Bartsch dankte er für
ihr Engagement, dass dafür sorgte, das seit zehn
Jahren das Schultheaterfest gefeiert werden kann. Und
er wünschte ihr Kraft für die nächsten
zehn Jahre. So eröffnete er das 10te Schultheaterfest
und die Torte wurde...
Aber soweit war es noch nicht. Ein paar Sketche unterbrachen
das Warten auf die Torte und anschließend sprach
Herr Herrmann, der gleich in dreifacher Funktion anwesend
war. Zum Ersten vertrat er den Bildungsminister des
Landes Brandenburg (der andere Termine hatte), zum Zweiten
vertrat er den Bürgermeister der Stadt Schwedt
(der auch andere Termine hatte) und zum Dritten war
er er selbst und wünschte allen Teilnehmern ein
gutes Gelingen der Aufführungen. Er betonte, dass
die Wahl von DS als Unterricht eine richtige und gute
Wahl ist, und das Theater sein muss! Insbesondere das
Schultheater der jungen Menschen. Anwesend war auch
der Landtagsabgeordnete der SPD-Fraktion Mike Bischoff,
der sich aber im Hintergrund hielt. |
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Bevor es dann
aber an die Gläser und die Torte ging (einige waren
schon ganz schwach...) wurde noch ein halbes Sonnenblumenfeld
verteilt an Menschen, die in irgendeiner Form mit den
Schultheaterfesten verbunden sind. Zum Beispiel
Rosel Krüger, die von Anfang an mit Stücken
dabei ist. Oder Ingrid und Gerhard Fuhrmann, die mit
der „Spieluhr“ und dem Kunstprojekt im Gerberspeicher
die Tage berteicherten. Aber auch Elke Otto, Detlef
Werner, Annette Müller, Frank Radüg, Dirk
Fenske und ich bekamen eine Sonnenblume überreicht.
Und dann endlich: Der Intendant erhebt sein Saftglas
und wünscht alles Gute für dieses und die
nächsten zehn Jahre! Waltraud Bartsch schneidet
die Torte an und nach ca. zehn Minuten ist weder ein
Becher noch voll, noch befindet sich ein Krümelchen
auf den Papptellern. So können Schultheaterfeste
beginnen - jedes Jahr!
Roy Blacha
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DER FREMDE ERZÄHLTE und er sang, und er trank.
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| Viel, wenn auch
nur Wasser. Der Fremde, der eigentlich doch ziemlich zu
hause ist in dieser Stadt mit den unzähligen Sternen.
Wozu diese gut sind wusste er auch zu berichten. Dann
trank er. Er der mit seinen Texten kein Unbekannter ist
in dieser Stadt, und auch nicht in diesem Theater. Vor
ca. zwei Jahren las er einst im Podium der Schwedter Bühnen.
Gestern las er wieder. Zwischendurch wechselte er auch
das ein oder andere Wort, hauptsächlich aber die
Städte. Wer nun kam um zu hören was neun Monate
Leipziger Sachsenexil einen jungen Brandenburger antun
können, musste feststellen, das es nicht so schlimm
sein kann, dort wo der Fremde jetzt zu hause ist. Viel
hatte sich nicht geändert. Seine Texte waren gewohnt
amüsant, manchmal sogar komisch. Und, ja natürlich,
lustig, aber wie jeder Künstler schlug er auch ernste
Töne auf und leise Töne an. Denn das hatte sich
geändert. Er sang und er klampfte. Er, der er sich
selbst als jemand mit zwei linken Händen bezeichnet,
griff zur Gitarre, und erzählte mit ihr gemeinsam
von seinem Helden – Bob Dylan. |
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Dann las er
wieder, auch von Bobby, aber eben genauso von alltäglichem,
von besonderem, und von geschichtlichem. Ist es in meiner
Erinnerung oder wurde tatsächlich zum Klassenkampf
aufgerufen. Egal, auf jeden fall waren Marx und Engels
Begleiterscheinungen des ein oder anderen Helden seines
Universums die wahrscheinlich allesamt um die frauenbezirzende
kraft der Sterne wissen. Die Sterne einer Heimatstadt,
die er in aller Bescheidenheit nach nicht endenden wollenden
Applaus, der ihn wenigstens zehn mal zurück auf
die Bühne holte, noch in der gleichen nacht verlas,
was natürlich verließ meint. Wahrscheinlich
säuselte er gemeinsam mit dem wind irgendein Wladimir
Karminer Zitat. Wahrscheinlich würde es sogar passen.
Wahrscheinlich, nicht wahr Michael.
B. Müller
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WENN FLIEGEN HINTER Fliegen fliegen fliegen Fliegen
Fliegen |
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| nach. Und sie
kamen aus Frankfurt, der Schwarm der Schmeißfliegen,
der antiken Helden das leben schwer zu machen wusste.
Unter der Regie von Frank Radüg widmete sich das
Theater im schuppen dem schweren Stoff von J.P. Sartre.
Helden der Handlung sind altbekannte Figuren der griechischen
Mythologie, zum Beispiel den jungen Orest, der nach
einiger zeit in der fremde in seine Heimatstadt zurückkehrt,
die von kleinen fliegenden Insekten geplagt ist. Doch
kann das auch im Veranstaltungsplan nachgelesen werden.
Wesentlicher war wahrscheinlich der philosophische Ansatz
den man bei Sartre auch nicht missen möchte. Schließlich
ist er der Pate des schlauen Gedankens. Gedanken wie
Freiheit, selbsttreue und dem entgegen reue, und all
dem wurden also in „Die Fliegen“ thematisiert.
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Das spiel der
jungen Darsteller aus dem schuppen war dabei sehr beachtlich.
Hoher körperlicher Einsatz war dabei erforderlich.
So gab es zum Beispiel keine Requisiten. Gegenstände
und Möbel entstanden durch geformte Körper,
was bei der Darstellung eines Thrones der auch bestiegen
wird, bedenklich hart sein kann. Die einzelnen rollen
waren ebenfalls passend und somit mehr oder weniger
satzreich gut besetzt.
Sprache hatte in diesem stück einen hohen Anteil,
was das Verständnis trotz dessen nicht leichter
machte. Zum einen war es gewöhnungsbedürftig,
zum anderen zog sich für meine begriffe das ende
ziemlich lang. So das jedenfalls bei mir nicht wünschenswerten
Zuschauer gegen ende die Aufmerksamkeit ins bodenlose
sackte. Nichtsdestotrotz war es eine Freude den jungen
Darstellern zuzusehen, schien es doch als wären
sie mit fleisch und blut und fliegen bei der Sache.
B. Müller
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SARAH´S SINNKRISE Probleme hoch drei |
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| Sarah ist, na
sagen wir mal 19, macht demnächst ihr Abitur und
entdeckt plötzlich, das ihre Freundin, die sie schon
seit der Kindheit kennt, mehr als nur eine Freunin ist.
Kurz gesagt: sie hat sich in sie verliebt. Sarah entdeckt
ihre Homosexualität. Das wäre (zumindest nicht
unter Frauen) nicht weiter schlimm, gäbe es da nicht
einen Jungen, der an ihr Interesse hat. Ihre Freudin aber
denkt, er hätte an ihr Interesse, denn sie empfindet
nicht wie Sarah und...
So undurchsichtig geht das Stück weiter. Dabei
hätte es so einfach sein können. Aber der
Reihe nach.
Der 13er Kurs DS des Gauß-Gymnasiums Schwedt
unter der Leitung von Simone Grieger hat sich für
dieses Stück entschieden, weil er es für wichtig
hielt, gerade dieses Stück auf die Bühne zu
bringen. (Anmerkung am Rande: Leider gab es zu dieser
Inszenireung, wie zu einigen aneren auch, keinen Begleitzettel,
so das ich keine Namen nennen kann, und auch nicht weiß,
ob das Stück zum Beispiel selbstgeschrieben ist,
wie ich es in diesem Fall vermute.) Es wird als banales
Stück angekündet und ich weiß nicht
genau warum. Denn so banal war weder das Thema, noch
die Inszenierung. Der Einsatz der Rythmusinstrumente
trug dazu bei, die Szenen voneinander abzugrenzen,.
spielte doch das Stück an verschiedenen Orten und
in verschiedenen Zeitebenen. Die Ebene Tod, der Traum
und die Realität vermischen sich zeitweise und
machten eine Orientierung kurzzeitig nicht möglich.
Ein Anflug von absurdem Theater, wenn Figuren über
der Szene schweben und sprechen. Gute Ideen.
Die Gruppe spielte das Stück gerne. Das konnte
man sehen und so war es auch möglich einen Rythmus
zu finden, der sich durchs Stückl zog. Ein Faden
im Tempo der Inszenierung, der hätte straffer gespannt
sein können.
Sehr überzeugend die weibliche Hauptrolle. Eine
starke Persönlichkeit, die genau das ausstrahlte
was der Text von ihr verlangte. |
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Eine in ihren
Gefühlen verletzliche junge Frau, die trotz allem
stark genug ist zu erkennen, was mit ihr passiert und
sich auch zu offenbaren, nicht ihrer Mutter gegenüber
sondern ... wohl doch nur sich selbst, denn das Ende
des Dramas ist ein Autounfall, bei der sie ums Leben
kommt. Damit bleibt die Hauptfrage unbeantwortet. Schade.
Ich hätte mir gewünscht, das das Stück
auf das Thema der Homosexualität reduziert worden
wäre. Die vielen anderen Geschichten am Rande verwirrten
nur und lenkten vom Thema ab. Der Prozeß der Erkenntnis
der jungen Frau und die Konflikte die dann in einer
möglichen Beziehung entstehen, das wäre interessanter
gewesen. Noch interessanter wären aber zwei männliche
Hauptdarsteller gewesen.
Roy Blacha
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ALLES FÜR DEN OPA wegen der Technik?
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| Der Kurs Darstellendes
Spiel, Klasse 9, des P.-J.-Lenné-Gymnasiums Schwedt
zeigte eine Komödie. „Die Zukunft hat schon
begonnen“ heißt das Stück. Und der eigentliche
Hauptdarsteller war der Opa.
Angefangen hat aber die ganze Geschichte mit der Ankündigung
der Kündigung der Putzfrau, oder Haushaltshilfe
und der damit verbundenen Frage: Wer macht jetzt den
Haushalt? Die Mutter nicht, die ist in einer Frauengruppe
engagiert und hat für den Haushalt keine Zeit,
die Oma nicht, die ist zu alte und der Opa schon gar
nicht. Die Lösung kommt in Form eines Roboters
daher. Auf Grund eines Lieferengpasses wird eine Roboterin
geliefert, die nicht nur für den Sohn (wegen der
Technik), sondern auch für den Opa (wegen der Proportionen)
interessant ist. Und so beginnt das Chaos. Der Opa sorgt
dafür, das die elektrische Haushaltshilfe schnell
den Geist aufgibt und eine neue wird nicht angeschafft.
So bastelt sich der Sohn aus den Resten eine Lehrerin,
die fortan nur noch einsen gibt. Und am Ende kommt dann
die alte Haushaltshilfe wieder zurück. Das ist
die Geschichte.
Das Bühnenbild wurde von der Gruppe mit viel Liebe
fürs Detail zusammengestellt. Neben einer Sitzecke
gab es auch die Riesenboa als Haustier - allerdings
aus Plüsch. Viel Wert wurde auch auf die Kostüme
und die Maske gelegt. Oma und Opa wurden auf alt geschminkt
und der Vater verkörperte den Geschäftsmann,
der seiner Frau eben eine elektrische Haushaltshilfe
kauft, wenn es nicht anders geht.
Dafür blieb das Spiel manchmal im Hintergrund
verborgen. Ein Stück das vom Text her schon viele
Spielmöglichkeiten vorschlägt, kann auch anders
aussehen. Die Energie, mit der die Darsteller auf der
Bühne agierten hätte für mehr gereicht.
Und etwas mehr Disziplin von den Spielern hätte
über einige, kleine Schwächen hinweggetröstet.
Teilweise wurde doch recht schnell gesprochen. Die Sprechweise
des Vaters hätte man mehr ausbauen können
und das Spiel mit der Souffleuse hätte weniger
sein können. |
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Gut besetzt
war die Verkäuferin des Roboters. Sie war genau
richtig für diese Rolle.
Werden wir sehen, ob die Schüler weiter beim Darstellenden
Spiel bleiben, denn Spaß am Spielen hatten sie
alle - das konnte man sehen.
Raphael Fronicke / Roy Blacha
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ICH, SARA - Bilder einer Kindheit |
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| Das Thema des
Holocaust ist immer ein schwieriges Thema, besonders je
jünger die Schüler sind, die sich damit auseinandersetzen.
Und einen Bezug zu finden zur gegenwärtigen Geschichte
ist schwierig, wenn es darum geht dieses Thema auf eine
Bühne zu bringen.
Die Eberswalder haben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger
gedroht und Moralpredigten gehalten, sondern uns vielmehr
allein gelassen mit unseren Eindrücken und unserer
Meinung, die vielleicht schon vorher da war. Die Schüler
von Darstellen und Gestalten der Klasse 10, der Albert
Einstein Gesamtschule erzählten uns Geschichten
aus dem Leben der Inge Deutschorn, einer Jüdin,
die den Krieg als Kind miterlebte. Es wird nicht das
Klischee bedient, das man von thematisch ähnlichen
Theateraufführungen erwartet, sondern es wurden
alltägliche, ja fast unwichtige Alltagsbegebenheiten
geschildert, die dennoch in der Kindheit der Inge, die
sich auf Befehl der Nazis Sara nennen musste, viel zerstörten.
Ihr aber auch Kraft gaben diese schlimme Zeit durchzustehen.
Den Ansatz in allen Ehren: die Umsetzung hätte
mehr Spiel vertragen können. Sehr gute Kostüme
und Musik können nicht darüber hinwegtäuschen,
dass das Spiel nicht immer ganz präzise war. Die
Darsteller schienen sich nicht wohlzufühlen in
ihren Rollen, fanden nicht den Sinn und die Aufgabe
ihrer eigenen Figur. Ähnlich haben wir es im „Klassenkampf“
gesehen. |
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Interessant
war der Schluss des Stückes, der aus einem kurzen
Film bestand, der Szenen des Holocaust zeigte und der
den Zuschauer in eine nachdenkliche Stimmung versetzte
und allein damit zurücklies.
Roy Blacha
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HERRLICH SCHRÄG UND EINFACH KLASSE Neumann
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| Wer Michael Neumann
schon einmal auf der Bühne erlebt hat, sei es als
Darsteller in den DS-Kursen von Dirk Fenske, oder als
lesender Autor seiner eigenen Kurzgeschichten, der weiß
was das für ein Bild ist, wenn die geballte Manneskraft
zu komödiantischer Hochform aufläuft. Wenn er
denn will. Und am Sonntagabend wollte er. Er wollte lesen,
singen, Gitarre spielen und Wasser trinken.
Er las seine neuen Texte, die kürzer und frischer
sind als die alten (wobei alt hier eine kurze Zeitspanne
von etwa fünf Jahren umfasst). Sie sind pointenreicher
und witziger mitunter. Sind sie das Ereignis dessen,
was neun Monate Studium in Leipzig einem jungen Menschen
aus Schwedt antuen können? Vielleicht. Auf jeden
Fall ist er gewachsen – mit seinen Texten und
mit seinem Mut zur Selbstdarstellung. Er sitzt auf der
Bühne und liest seine Texte, als wären sie
gerade erst seiner Phantasie entsprungen und er erstaunt
über das ist, was er da liest, was er da geschrieben
hat. Er lässt Musik vom Band ablaufen und trink
derweil polnisches Mineralwasser, wahrscheinlich des
Protestes wegen, denn er ist ein Revoluzzer, ein ganz
gewaltiger. Und so handeln seine Texte dann auch von
brutalen Übergriffen holzbeinschwingender älterer
Damen auf ahnungslose Taxifahrer oder den ältesten
Studenten die es gibt, die sich in Geschichtsvorlesungen
der Leipziger Uni rumdrücken, immer darauf warten
das einer von ihnen vom Tod weggeholt wird und die Zivis
beim essen auf Rädern tyrannisieren.
Wer über seine Texte nicht herzhaft lachen konnte,
der konnte es vielleicht bei seiner musikalischen Einlage.
Sehr sehr weit entfernt nach seinem Vorbild Bob Dylan
klingend gab er ein Lied mit der E-Gittarre zum Besten.
Herrlich schräg und einfach Klasse. Aber: Selbstbewusst
und voller Hoffnung.
Die Flasche Mineralwasser hat er nicht geschafft, dafür
aber zwei Zugaben, die ihm quasi abgerungen werden mussten,
und die Empfehlung von Wladimir Kaminers „Militärmusik“
als bestes Buch der Gegenwart. |
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So war er
der kurzweilige Abend mit den Texten von Michael Neumann,
die ich nur jedem empfehlen kann, der junge deutsche
Literatur mag. Und wenn es geht live – denn das
macht die Texte noch besser.
Was er uns schuldig blieb war die Aussage, wie denn
Napoleon in Lumpen nun das Tamburin spiele. Gut oder
schlecht?
Roy Blacha
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PRINZ FRIEDRICH von Homburg aus Potsdam |
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| „Das Feld
bei Fehrbellin ist blutig rot. Der Prinz von Homburg hat
dafür gesorgt, blind und taub für den Befehl
seines Kurfürsten, aber auch für die Schrecken
des Krieges, für das Leid eines jungen Soldaten und
das der Zivilbevölkerung.“ - so heißt
es im Programmheft, und so konnten wir es auf der Bühne
sehen.
Ein rotes Bodentuch und schwarze Wände. Schwarze
Kostüme und nur der Prinz in weißem Uniformrock
und mit einem Degen bewaffnet. Ein beklemmendes Bild,
in dem die Hauptfigur nicht nur sichtbar sondern erlebbar
war. Das was wir von der Theatergruppe des Postdam-Kollegs
gezeigt bekamen war schon etwas mehr als Schultheater,
und genau genommen ist es auch keine Schultheatergruppe.
Aber die Richtung wurde gezeigt und ein Maßstab
gesetzt.
Viel Wert wurde auf die Sprache gelegt, die dann auch
reichlich als Gesang oder Sprechchor eingesetzt wurde.
So beginnt das Stück bereits vor dem Beginn mit
der versammelten, stehenden Mannschaft auf der Bühne,
die dann zu einem Klavierbegleiteten Intro anstimmt.
Da ist man erstmal platt, wenn man hört was da
so geht. Aber dann kommen die Spielszenen. Eine Mischung
aus Erzähler und Szenen, meißtens umgesetzt
durch viel Körpersprache und nur dem wesentlichstem
Text. Beeindruckend die Kriegsszene, in der sich zum
Schluß die Solden mit der Bekanngabe ihrer Todesart
zu Boden werfen. Körpereinsatz, den man nicht oft
in diesen Tagen sieht. Sprechchöre, die fein rythmisch
abgestimmt sind runden die Szenen ab. Ab und an auch
wieder ein Lied. Mehr eine Revue als ein Theaterstück
und dadurch bleibt ein wenig die „Botschaft“
auf der Strecke. Gerade bei den Chören war der
Text oft schwer zu verstehen. |
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Aber der herrliche
Schlußchor entschädigt für jedes nicht
gehörte Wort und unterstreicht nocheinmal die Forderung
nach: Nie wieder Krieg! Der aktuelle Bezug zum Krieg
im Irak läßt sich da kaum von der Hand weisen.
Umso interessanter die Tatsache, das die Potsdamer es
geschafft haben, ein aktuellpolitisches Stück auf
die Bühne zu bringen und dabei auf ein altes Stück
von Heinrich von Kleist aufzubauen. Das ist nicht nur
inhaltlich, sondern auch spielerisch Schultheater, wie
ich es mir wünsche.
Roy Blacha

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