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zeitung des 12. schultheaterfestes der
uckermärkischen bühnen schwedt





13.06.2005 - 16.06.2005
Ausgabe vom: Dienstag, 14. Juni 2005

 
 
    Eröffnung
    (Gar k)ein Zirkus für Kinder?
    And When The Angels Come Down
    Aikido-Workshop
    Und auf einmal steht es neben dir
    Musik, Tanz & Ringelnatz
    Erbsenzeit
    Ich bin so, wie ich bin.
    Staatsbesuch und Tantrasex
    Grenzfälle
    Shakespeares „Der Sturm“
    Impressum
 
       
     
     
 

In eigener Sache

 
     
 
Bei allem guten Willen wird es uns vielleicht auch in diesem Jahr nicht gelingen, jede während der Schultheatertage vorgestellte Inszenierung in dieser Zeitung zu besprechen. Dies hat nichts mit einer Mißachtung der betreffenden Produktionen zu tun, sondern ist einfach eine Frage von Kraft und Zeit. Auch aus diesem Grund ist jeder, der etwas für das sonnensegel schreiben möchte, herzlich dazu eingeladen.  

Zum Zweiten die Bitte: Redet mit uns. Auch wir sind an einem konstruktiven Feedback, unsere Arbeit auf diesen Seiten betreffend, sehr interessiert. Die Redaktion des sonnensegels ist täglich unter e-mail: spagel@theater-schwedt.de erreichbar.

Die Redaktion

 
     
 
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  Eröffnung des 12. Schultheaterfestes an den ubs.
 
     
 
Um 15 Uhr - drei Vorstellungen hatten bereits stattgefunden - wurde das diesjährige Schultheaterfest durch den Intendanten der ubs., Reinhard Simon, und die Theaterpädagogin Waltraud Bartsch auch offiziell eröffnet.

Bei reichlich Zucker - Negerküsse tummelten sich auf der Tafel zwischen Getränken in allen Gummibärchenfarben - sorgten die Mitglieder des Theaters an der Wendeschleife Cottbus für den kulturellen Beitrag zur Eröffnung: Sie tobten als Clowns mit roten Nasen und Mützen durch die Menge und stellten fest: „Die ubs sind an allem schuld!“ - Am 12. Schultheaterfest nämlich - und den 11 vorangegangenen natürlich auch.

Und in diesem Sinne wünschen wir uns und euch in den kommenden Tagen viele neue (und neugierige) Eindrücke. Toi toi toi!
 
 
     
 
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(Gar k)ein Zirkus für Kinder?

 
     
 



Bereits beim Warten auf die Eröffnung der Manege steigt die Spannung: was wird wohl mit all den interessanten Zirkus-Utensilien, die von bunten Bällen über riesige Reifen bis hin zu hölzernen Rollen reichen, geschehen?

Alle Zuschauer im gut gefüllten Theatersaal halten den Atem an, als rhythmische Trommelklänge auf der dunklen Bühne widerhallen.

 

Die 23 Akteure des Theater-Kurses der Freien Schule Prenzlau eröffnen voller Leidenschaft ihr Programm, das dem eines „professionellen“ Zirkusses in nichts nachsteht. Das Repertoire der Akteure umfasst 7 Nummern, die sich von sportlichen Clowns-Stücken über akrobatisch-anmutige Choreografien bis hin zu coolen Hip-Hop-Tänzen verwandeln. Somit kam jeder Zuschauer auf seine Kosten. Sehenswerter als die Einlagen selbst war jedoch die Liebe zum Detail, die sich im Bühnenbild mit bunten Zirkus-Vorhängen sowie in den Kostümen und in der professionellen Mimik der noch sehr jungen Schauspieler widerspiegelte. Eine exakt auf die verschiedenen Einlagen abgestimmte Musik rundete das gelungene Arrangement ab.

Dabei erzeugte nicht zuletzt die Dressur-Nummer, in der detailgetreu geschminkte Raubtiere akrobatisch durch einen Reifen sprangen, die Illusion, tatsächlich echten Wildkatzen gegenüberzusitzen. Selbst die Altersspanne der Akteure von 7 bis 13 Jahren wurde in der Konzeption der Stücke harmonisch miteinander verbunden, so dass sich die „Größeren“ nicht schämen brauchten, im „Kinderzirkus“ ( wenn man ihn überhaupt so nennen darf!) ihr Können zu zeigen. Angesichts dieses großartigen Zirkus-Events wünsche ich den verantwortlichen Leitern, dass sie das vorhandene Potential nutzen, um die Altersklasse nach oben zu erweitern. Somit könnten wir uns auf eine explosive neue Show im nächsten Jahr freuen und den ein oder anderen „Star“ in seiner weiteren Entwicklung bewundern.

- lola -

 
     
 
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And When The Angels Come Down –
Fast wie Romeo und Julia

 
     
 
Am Anfang war beruhigende Musik zu hören, als die Schüler der 10. Klasse der Angermünder „Ehm-Welk-Gesamtschule” die Bühne betraten. Gespannt wartete das Publikum auf den ersten Auftritt der Schüler bei den Schultheatertagen. Die erste Szene spielte auf einem Jahrmarkt und als Requisiten waren nur Stühle auf der Bühne. Der Anfang war ein wenig unübersichtlich, als die Schauspieler über Jugendliche und deren Probleme mit der Liebe sprachen. Doch plötzlich wechselte der Schauplatz und man machte eine Reise in die Vergangenheit, nach Verona, dem Ort der wohl berühmtesten Liebestragödie. Die Schauspieler befanden sich immer noch auf dem Markt und Montagues und Capulets standen sich feindlich gegenüber. In relativ kurzen Szenen wurde gezeigt, wie eine junger Fürst Julia, die Tochter des Capulet-Oberhauptes, heiraten will. Doch diese verliebt sich auf einem Maskenball in den jungen Montague Romeo. Ihre Liebe ist jedoch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das wird jedoch erst beschrieben, als sich die Schüler schon wieder in der Gegenwart befinden. Durch das Zusammenspiel von poetischen und umgangssprachlichen Texten kam die Geschichte gut rüber, trotz einiger sprachlicher Ungeschicklichkeiten, wie zu schnelles oder undeutliches Sprechen. Das Stück wurde von Spielleiterin Astrid Maschke aus einer modernen Übersetzung von Romeo und Julia und einem Jugendstück entworfen, was ihr gut gelungen ist.
 



Auch die musikalische Untermalung war treffend und erregte das Interesse des Publikums. Alles in allem war es eine gute Leistung der jungen Schauspieler aus Angermünde und trotz zeitweiliger Unübersichtlichkeit und einiger sprachlicher Mankos eine neue, relativ kurze, aber interessante Darstellung des Shakespeare-Klassikers.

Alex

 
     
 
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Aikido-Workshop

 
     
 



Aikido, so erklärte uns Steffen Rose, ist mehr als nur pure Selbstverteidigung, sondern eine wirkliche Kampfkunst.

Mit Meditation lernt man, sich selbst vollkommen wahrzunehmen, damit man auch weiß,

  was man verteidigt, meinte er. Beim Training spürt man von Anfang an den Partner und das sei das Faszinierende.

Beeindruckend war auch, dass die Handlungen wie ein Tanz aussahen und nur allein durch Aussehen und erst später beim Probieren durch Wirkung überzeugten.
Leider konnten die Gebiete, die Aikido umfasst, wenn überhaupt, nur angeschnitten werden, und doch regte sich Begeisterung bei denen, die bis zum Schluss durchgehalten haben, denn mehr als die Hälfte gab leider mittendrin auf, als sie bemerkten, dass es eine Menge an Körperbeherrschung abfordert. Verblüffend war festzustellen, wie deutlich die zwei Prinzipien in allen Handlungen wiederzufinden sind: Die Kraft des Anderen zu nutzen und diese gegen ihn zu verwenden, ist die Grundlage aller Aktionen, so konnten auch Größenunterschiede ohne Probleme nach Probieren überwunden werden.
Innere Kampfkünste, zu denen Aikido gehört, sollen zeigen, dass mit Verstand und innerem Gleichgewicht Siege errungen werden, und nicht durch Kraft und Wut, dies versuchte er, uns an Hebeltechniken deutlich zu machen. Zwar sah man den Rollen, die geübt wurden, mit Zweifeln entgegen, was diese denn bringen mögen, doch bewies er, dass es die notwenigen Grundlagen sind und man langsam an sich arbeiten müsse, um, so wie er es schafft, einen Salto aus der Luft auf blankem Parkett ohne weiteres mit Arm und Schulter abzufangen.
Zwei Teilnehmerinnen meinten im Nachhinein, dass es einfach nur beieindruckend war, dies anzusehen und selbst auszuprobieren. So waren sie motiviert und hoffen nun auf den nächsten Workshop in Schwedt.

Laura

 
     
 
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Und auf einmal steht es neben dir

 
     
 
Er war halb Seemann und halb Sachse. So beschreiben Zeitgenosen den deutschen Lyriker Joachim Ringelnatz, der über 2000 Gedichte und Texte schrieb. Am Montag um 14.00 Uhr versuchten die Schüler der 11. Klasse des „Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums“ aus Schwedt das Leben des Ringelnatz einmal anhand seiner Werke darzustellen. Es war interessant zuzuhören, wie die Gedichte in sein Leben passten und mit welchem Lebensabschnitt Ringelnatz‘ man diese verbinden kann. Durch das Stück leiteten 2 Moderatoren das Publikum von Szene zu Szene, die ihre Sache gut gemacht haben. Die einzelnen Gedichte wurden spielerisch dargestellt, wobei man sagen muss, dass den jungen Schauspielern an manchen Stellen die Überzeugung gefehlt hat. Eine gute Idee waren die 2 Leinwände, die das Bühnenbild verkleinerten und die Zuschauer auf das Wesentliche lenkten. Auch der rasche Szenewechsel war hierdurch möglich. Manchmal war es schwer, dem Stück zu folgen, da sich nicht jeder im Publikum mit Ringelnatz‘ Leben beschäftigt hat, aber das Stück war auch mit vielen lustigen Szenen versehen, wie zum Beispiel dem Betrunkenen oder der Turnszene. Die Lichttechnik wurde teilweise falsch eingesetzt, was für ein wenig Verwirrung sorgte, doch die jungen Darsteller ließen sich davon nicht beirren. Das Projezieren bestimmter Texte oder Bilder auf die Leinwände war ein guter Weg, um das Stück interessanter zu machen, doch leider ist es nicht allen Schauspielern gelungen, dieses Interesse beim Publikum zu wecken. An manchen Stellen bemerkte man, dass die Schüler noch nicht viel Bühnenpraxis mitgebracht haben, doch den Meisten ist es gut gelungen und so wurde Ringelnatz‘ Leben dem Publikum auf eine witzige Art und Weise näher gebracht. Mal sehen, möglicherweise sehen wir diese Darsteller im nächsten Jahr wieder und dann vielleicht auch mit ein wenig mehr Überzeugung.

A.B.

 



 
     
 
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Musik, Tanz & Ringelnatz

 
     
 

Auch das Schwedter C.-F.-Gauss-Gymnasium nahm am diesjährigen Schultheaterfest teil. Elftklässler gestalteten ein Programm aus Texten von Ringelnatz, Musik und Tanz.

 

„Und auf einmal steht es neben dir“ ist ein Zitat des bekannten Lyrikers, der sich selbst als Artist bezeichnete, und gleichzeitig auch der Name des Stückes, welches von Antje Mücke geleitet wurde.

Zwei wortgewandte Moderatoren führten durch das ganze Programm. Sie standen auf einer Bühne mit recht einfachen Requisiten. Mit Stoff überzogene Holzrahmen dienten nicht nur als Bühnentrennwände, sondern auch als Projektionsfläche. Auf der wurden Bilder von Ringelnatz gezeigt. Anfangs jedoch konnte man während einer erheiternden „Schreibmaschinenmusik“ ein typisch sarkastisches Gedicht auf der Leinwand lesen. Mit einem Schmunzeln im Gesicht wurde der Gast in das Leben des Joachim Ringelnatz eingeführt. Interessant war, dass Ringelnatz unter dem Namen Hans Bötticher geboren wurde und sich erst später seinen bekannten Namen gab. Den Lebenslauf, der mit Gedichten aus der jeweiligen Zeit unterstrichen wurde, lockerten die Darsteller mit Musik und Tänzen auf. So kam es vor, dass eine Pianistin mit ihrem Stück zum Handlungsablauf beitrug oder, dass ein Tangotanzpaar feurige Stimmung machte. Jedoch kamen die bekannten Texte des Dichters nicht zu kurz. Man vernahm das Gedicht über die zwei Ameisen, die nach Amerika reisten, aber auch viele andere Texte.

Das finale Gedicht wurde von allen teilnehmenden Darstellern abwechselnd vorgetragen. Dieses etwas andere Theaterstück war sehr erheiternd und wirklich empfehlenswert.

Tom Wilkniß

 
     
 
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Erbsenzeit - eine Eigenproduktion des Theaters im Schuppen

 
     
 
Das Intime Theater betretend erwartete das Publikum das malerisch-romantische Bühnenbild eines Baumes - an einem Fluss gelegen - auf dem auch gleich Ariane (gespielt von Christina Hohmuth) saß. Das Zweimannstück begann mit Matthis’ (Daniel Heinz) Versuch, einen ungewöhnlich großen Fisch zu fangen, was die Aufmerksamkeit des fünfzehnjährigen Mädchens erregte. Von nun an bemühen sich beide, einander näher zu kommen: Ariane auf kindlich-naive Art, Matthis - zwar schon 23 Jahre, aber dennoch Jungfrau wie das kecke Mädchen - hin- und hergerissen zwischen Traum- und Erwachsenenwelt. Obwohl beide Charaktere völlig verschiedene Interessen aufweisen, finden sie sich letztendlich und drücken ihre Zuneigung in einen schüchternen Kuss aus.
Der Schauspieltruppe aus dem „Theater im Schuppen e.V.“ Frankfurt (Oder) eilt ihr in jeder Hinsicht sehr guter Ruf voraus, was die Zuschauer auch im Nachhinein mit Aussagen wie: „Es war das beste Stück, das ich heute gesehen habe.“ bestätigten. Unter der Regie von Frank Radüg zeigten die jungen Schauspieler eine ausgezeichnete Leistung, die das Auditorium durch langanhaltenden Applaus honorierte. Auch in Zukunft plant man Großes: Im Sommersemester 2006 wird eine eigene Schauspielschule eröffnet, um Darstellende Künstler auszubilden.
Im Allgemeinen gingen die Zuschauer mit der simplen, aber doch treffendsten Meinung aus dem Saal: „Einfach süß!“

Anne Haller und Stefanie Rach

 



 
     
 
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„Ich bin so, wie ich bin. - Warum bin ich so ...“

 
     
 

Im ersten Arbeitsergebnis des Theaterpräventionsprojektes „Leerstelle oder der Büffel büffelt nicht“ zeigten die am Projekt beteiligten 14- bis 18jährigen Jugendlichen, wie sie sich selbst und die Stadt, in der sie leben, wahrnehmen.

Dieser erste Schritt auf dem Weg zum gemeinsamen Theaterspielen besteht in einer würfelförmigen Installation im Hauptfoyer: Auf 36 m2 haben die Jugendlichen, angeleitet und begleitet von Ulrike Völger und Julija Schemberger, in zahlreichen Schwarzweißfotografien und gesammelten Interviewfetzen ein Bild um Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung gestaltet.

„Fast jedes dieser Fotos ist ein kleines Meisterwerk“, urteilte Udo Krause, Hausfotograf an den ubs.

S.P.

 

 
     
 
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Staatsbesuch und Tantrasex oder Was hat Mr. Bush mit dem ehelichen Schlafzimmer zu tun?

 
     
 

Nach einem ersten gemeinsamen DS-Kursjahr präsentierten die spiellustigen Elftklässler des OSZ Schwedt eine kurze und kurzweilige Mischung aus Kabarett und Comedy und füllten damit kurzfristig eine krankheitsbedingte Lücke im Veranstaltungsplan des Schultheaterfestes. Über (zu) komplizierte Umbauten, die manches Mal auch bei den Darstellern für Verwirrung sorgten, half dem Zuschauer die offensichtliche Spielfreude der Darsteller -

 



insbesondere im zweiten Teil der Vorstellung - hinweg. Während im ersten Teil mit herzerfrischender Ironie ein Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten bei seinem Amtskollegen Schröder ausgewertet wurde, widmete sich das Ensemble anschließend den Fragen des ehelichen Sexuallebens - um nach argumentenreichen Diskussionen zum Altbwährten zurückzukehren.
J.-P.S.

 
     
 
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Grenzfälle

 
     
 

 

Das Stück, das vom „Theater an der Wendeschleife“ aufgeführt wurde, entstand vollkommen in Selbsterarbeitung. Deswegen verwundert auch die Vielschichtigkeit nicht, die von der „Kleinen Hexe“ über Asylproblematik bis hin zur Thematisierung von Volksverständigung und Völkerwanderung führt.
Clowns, die eigentlich in ihrer eigenen verspielten Welt leben, entdecken die Erde und spielen sie nach, wobei sie versuchen, die Grenzen zu verstehen, die Menschen setzen, die sie selbst gar nicht kennen. Sie können verzeihen, wenn jemand ihnen etwas böses tut, kennen Probleme mit der Sprache nicht und behandeln sich alle gleich. Doch wie steht es da bei den Menschen? Die haben Angst vor ihren Nachbarn, bauen Mauern um sich zu schützen, egal ob es die Chinesische Mauer ist, der Limes, der Gaza-Streifen oder einfach nur der Gartenzaun. Sie führten seit Menschengedenken Kriege, weil sie sich über Religion nicht einig waren oder schlicht kein „Ausländisch“ konnten.
All das und noch viel mehr schaffen die Schauspieler zu reflektieren in geballter Form, die keinen überfordert. Durch viele schöne und hervorragend umgesetzte Ideen, durch immer präsente Satire und makaberen Witz wurde dieses Stück so überzeugend und überraschend. Mit der Einbeziehung der Zuschauer, die selbst eine Völkerwanderung durchleben, und dadurch auch noch die Perspektive wechseln mussten, wurde das Stück richtig greifbar gemacht.
Wer kann denn die Asylpolitik eines Landes verstehen, die Menschen nicht nach Not sondern nach eigenem Nutzen auswählt? Bewegend wurde dargestellt, wie so leidende Menschen hin- und hergerissen sind, weil sie keine Heimat mehr haben und auch keiner ihnen eine bietet.
Ich kann nur dem Urteil der Zuschauer zustimmen, die das Stück in der Mehrzahl „toll“, „spitze“, „super“ fanden.
Laura

 
     
 
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Shakespeares „Der Sturm“

 
     
 

Den ersten Tag der 12. Schultheaterfestspiele schloss der DS-Kurs der Zwölftklässler des Frankfurter Otto-Brenner-Gymnasiums mit einer mitreißenden und faszinierenden Aufführung von William Shakespeares „Der Sturm“, in dem es darum geht, wie wichtig in Familienbanden Rache und Vergebung sind.

Beispielhaft wird dies durch die Figur der Prospera, die nach Rache sinnt und dann zu vergeben lernt. Unterstützt von den Windgeistern, die sie in der Vergangenheit einst rettete, schmiedet sie Pläne zugunsten ihrer Tochter und, um Gerechtigkeit walten zu lassen, lässt sie denen am Ende das Leben, die einst ihren Tod wollten.

Unterstützt wurde das Spiel durch das Fehlen jeglicher optischer Kulissen; dafür wurden die Szenen durch Hintergrundklänge stimmig untermalt. Auch wenn es im Nachhinein Diskussionen über die Lautstärke gab, kann man sagen, dass die Umsetzung der Idee sehr gut gelungen ist, was das Publikum im Anschluss mit langanhaltendem Applaus bestätigte. Liebe zum Detail und Verwirklichungen der Charaktere in Kostüm und Maske machten Gegensätze fühl- und sichtbar: Vom ekligen Caliban über die verrückten, tosenden Windgeister bis hin zur erhabenen Herzogin Prospera.

 



Die Persönlichkeiten der Schauspieler nahmen ebenso Einfluss wie der Spielleiter, der den Ausschlag für das Stück lieferte. Das zeigt sich besonders im Spiel der Luftgeister, die tanzend, geräuschvoll und pyramidenbauend das Umfeld gestalteten und in Bewegung hielten.
Alles in allem überzeugten die Charaktere vollkommen, ob als kriecherischer Wilder, akrobatischer Luftgeist oder machtgierige Despoten.

Anne und Laura

 
     
 
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  Impressum
 
     
 

Schultheaterzeitung "Sonnensegel" der
Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Redaktion und Gestaltung: Sandra Pagel
Fotos: Udo Krause, S.Pagel, L.Sternbeck, J.Zabelt

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