Ab 1. Mai 2004 ist Polen "offen".
Hat sich was verändert? Wie gehen die Menschen damit um? Und
welche Möglichkeiten gibt es, Eindrücke, Erfahrungen künstlerisch
umzusetzen?
Begreifen, was ist, heißt gerade für Jugendliche die Situation
von Polen und Deutschen speziell im grenznahen Räumen in die
eigene Lebenssicht einzuordnen und die Schnittstellen zur Sicht anderer
Personen und zu ihren Mythen und Ideologien abzugrenzen. Es heißt
auch, das eigene Bild der Anderen zu untersuchen.
Anlässlich der EU-Erweiterung wollen fast 80 SchülerInnen
zwischen 14 und 18 Jahren aus dem Land Brandenburg und den benachbarten
polnischen Landkreisen Gryfino und Szczecin mit theaterspezifischen
Mitteln vor allem dem Rechnung tragen, dass auch junge deutsche und
polnische Menschen zu wenig Kontakte haben und voneinander wissen.
Das Festival lädt zu gemeinsamen Arbeitstagen unter Anleitung
erfahrener Theaterpädagogen ein. Die weitere Zusammenarbeit soll
nachdrücklicher Sinn des Festivals sein.
Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt werden das "Basislager"
bieten, Probenräume zur Verfügung stellen, die gemeinsamen
Essenszeiten organisieren und kultureller und geselliger Treffpunkt
sein. Einige dieser Treffen sind öffentlich und führen junge
Leute aus der Region und das zukünftige Mitspielpublikum mit
den Teilnehmern des Theatertreffens zusammen. |
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Die besondere Theaterform,
mit der wir in diesen Tagen arbeiten wollen, ist das "Unsichtbare
Theater". Unsichtbares Theater ist eine Theaterform, die politisches
Theater in der Realität, im öffentlichen Raum, installiert,
dadurch Perspektiven verändert, provoziert, berührt und
Wirkung erzielt.
Die als Ergebnis gezeigten Strassentheateraktionen an vorher ausgewählten,
besonderen Orten entlang der deutschen und polnischen offenen Grenze
haben den Anspruch, das Thema "richtig rüberzubringen"
und es wirklich zum Thema der jungen Menschen und des Publikums zu
machen. Die jungen Schauspieler kommen zu ihren Zuschauern. Die anwesenden
Zuschauer haben sich die Aktion nicht ausgewählt, sie sind Teil
der Aktion. Diese Aktion will zu mehr Eigenengagement und politischer
Reflexion anregen. Sie konfrontiert Menschen mit Situationen, die
nicht nur ihre Stellungnahme fordern, sondern sie auch zum Handeln
veranlassen. Im Workshop wird der Prozess vorgestellt vom Kennenlernen
der TeilnehmerInnen untereinander über die Szenenfindung bis
zum Schritt an die Öffentlichkeit. |