Sonnensegel Ausgabe 12.6.2012





Der Körper als Instrument?!


Morgens um neun in Deutschland ist man müde, verschlafen, bewegungsfaul? Nicht an den ubs: Sanfte Gitarrenklänge führten die acht Teilnehmer auf Daniel Heinz‘ Tanzfläche. Bizets „Carmen“ und Vivaldis „Air“ lockten fließende, elegant wirkende Bewegungen hervor und setzten starke Impulse. Die Kraft im Raum durchströmte die Teilnehmer und ließ die Gruppe harmonieren. Die Angst, Emotionen zu zeigen und Augenkontakt zu halten, verflog, und aus einem einzelnen Satz entwickelte sich rasch ein Dialog mit ungewissem Ausgang, aber mit viel Spaß für alle Beteiligten. Bunt ging es mit Tschaikowskis „Nussknackersuite“ weiter. „Der Blumenwalzer“ bestärkte das erst merkwürdig anmutende Spiel und brachte die nötige Atmosphäre. Weiter ging es mit Impulsübungen, deren Ziel es war, gekonnt auf Pausen oder Lücken zu reagieren. Es gelang, keiner musste verhungern, alle wurden satt und gingen beschwingt und jetzt endlich wach und energiegeladen in den ersten Tag des STF.

Stefanie

 

Käpt’n Hook


Käpt'n Hook - Grundschul-Musical-AG der Grundschule J.-H. Pestalozzi Prenzlau in Kooperation mit LordPowerKids e.V.
Bild: Käpt'n Hook - Grundschul-Musical-AG der Grundschule J.-H. Pestalozzi Prenzlau in Kooperation mit LordPowerKids e.V.
Zum Auftakt der 19. Schultheatertage wurde das Stück Käpt’n Hook von Kindern der 2.-3. Klasse aus Prenzlau aufgeführt. Zusammen mit ihrer Lehrerin gestalteten sie das Stück mit viel Musik und Gesang. Auch durch kleinere Patzer ließen sie sich nicht verunsichern und führten das Stück souverän fort. Auch das selbst gestaltete Bühnenbild, wobei ihnen ihre Eltern behilflich waren, war ein echter Hingucker. Man konnte eine angenehme Atmosphäre zwischen Schauspielern und Zuschauern spüren. Bei den Kindern war eine Begeisterung für das Schauspielen festzustellen. Zum Abschluss gab es von den Zuschauern tosenden Applaus.

Kristin und Jessica

 

Brückenbauen auf dem Gras


Werkstatt: Artistik für die Bühne - Leitung: Christian Hirseland, Schauspielstudent
Bild: Werkstatt: Artistik für die Bühne - Leitung: Christian Hirseland, Schauspielstudent
Hier stehen wir nun. Nervös. Nichts ahnend im Park. Vorsichtige Wörter werden ausgetauscht. Doch erst einmal warten wir auf weitere Teilnehmer. Aber nicht auf irgendwelche. Nein, es erscheinen die bemerkenswerten Jungschauspieler aus ,,Käpt’n Hook“. Mit viel Vorfreude und Elan zogen wir uns schließlich die Schuhe und Socken aus. Dies sollte für bessere Standfestigkeit dienen und außerdem wollten wir uns nicht gegenseitig verletzen. Das angenehme Kitzeln der Grashalme unter unseren Füßen und die herzerwärmenden Sonnenstrahlen begleiten die Werkstatt ,,Akrobatik für die Bühne“. Der freundliche Schauspielstudent Christian Hirseland begrüßt uns, und um keine wertvolle Zeit zu verlieren, fangen wir auch schon an. Um uns kennenzulernen, beginnen wir mit einem lustigen Fangspiel. Die nachfolgenden Dehnübungen leiten gemeinsame Übungen im interessanten Bereich der Akrobatik ein. Wir bauen aus uns Brücken und kleine Türme, welche nur so von Ästhetik strahlen. Wo zum Anfang noch Unsicherheit und Hemmungen waren, herrschte nach nur kurzer Zeit Leichtigkeit und prickelnde Freude. Die insgesamt zwei Stunden verflogen wie eine elegante Möwe. Das was letztendlich zurück bleibt, ist gegenseitiges Vertrauen und berauschend gute Laune.

Janzi

 

Sport unter freiem Himmel – Akrobatik für die Bühne


Werkstatt: Artistik für die Bühne - Leitung: Christian Hirseland, Schauspielstudent
Bild: Werkstatt: Artistik für die Bühne - Leitung: Christian Hirseland, Schauspielstudent
Bei strahlend blauem Himmel fand am ersten Tag der Schülertheatertage der Workshop „Akrobatik für die Bühne“ statt. Mit neun Teilnahmen hatte die Gruppe eine ideale Größe. Also starteten wir in drei sportliche Stunden. Mit einem lustigen Spiel eröffnete Christian Hirseland die Runde. Das sollte die lockere Atmosphäre schaffen, was es auch schaffte. Mit Figuren wie einer Pyramide oder einer Treppe „baute“ man sich immer weiter in die Höhe. Die Zeit verging wie im Flug und bald waren die drei Stunden auch schon wieder vorbei. Mit einem Applaus bedankten wir uns bei Christian.
Während des Interviews sagte er, dass Akrobatik wichtig für die Körperbeherrschung ist. Und das Werkzeug jedes Schauspielers ist der Körper. Er selbst ist Schauspielstudent im ersten Jahr auf Usedom. Es hat ihm schon immer Spaß gemacht zu turnen. Da er schon früher in Schwedt Praktikant an den „Uckermärkischen Bühnen“ war, wusste er, dass es die Schülertheatertage gibt. Deswegen entschloss er sich auch, einen Kurs anzubieten.

Ben Schneider

 

Komisch kunterbuntes Kauderwelsch


Lesebühne: Komisch kunterbuntes Kauderwelsch - Mitglieder des ubs-Theaterjugendclub MuT-Klub
Bild: Lesebühne: Komisch kunterbuntes Kauderwelsch - Mitglieder des ubs-Theaterjugendclub MuT-Klub
Zwei Damen und zwei Herren des ubs-Theaterjugendclubs MuT-Klub waren kurzfristig und sehr spontan mit einer Lesung eingesprungen. Eine kurzweilige Dreiviertelstunde lang lasen die vier jungen Leute Texte von Kurt Tucholsky, Hermann Hesse, Wilhelm Busch, Ernst Jandl – Schiller und Goethe nicht zu vergessen, „um auch der Klassik Genüge zu tun“ – und vielen anderen. Sie spannten den Bogen dabei mit atemberaubenden Tempo von Komik zu Tragik und wieder zurück. Das Ganze wurde mit Leichtigkeit, Spaß an der Sache und immer wieder auch großem Ernst präsentiert und erntete – neben amüsiertem Schmunzeln und herzlichem Lachen – schon mal spontanen Zwischenapplaus, zum Beispiel für eine wunderbar gebackene „Torte“ von Horst Wiener. – Abschließend gaben die Vier mit einem Augenzwinkern noch einen Ausblick auf die nächste Produktion des MuT-Klub, von dem selbst die Regisseurin des Jugendclubs etwas überrascht war: In einem kleinen Ausflug erzählten, lasen, spielten sie die Geschichte von dem Krokodil Luzie, das ungeplant der Ratte Rupp begegnete und einen Freund fand.

s.

 

Willkommen zum 19.!


Eröffnung des 19. Schultheaterfestes
Bild: Eröffnung des 19. Schultheaterfestes
Die ersten Vorstellungen waren schon Geschichte, als am Nachmittag das 19. Schultheaterfest eröffnet wurde. Zur Eröffnung sprach – als Gastgeber – der Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt Reinhard Simon. Er dankte insbesondere Waltraud Bartsch, ohne die das Schultheaterfest bestimmt nicht schon zum 19. Mal stattfinden könnte. Der Beigeordnete der Stadt Schwedt/Oder, Lutz Herrmann, und der Vorsitzende des ubs-Fördervereins, Peter Schauer, begrüßten die zahlreichen angereisten Spielgruppen und wünschten viel Vergnügen. Abschließend sprach ein alter Bekannter des Schultheaterfestes – Roy Blacha –, der erstmals in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Brandenburgischen Amateurtheaterverbandes am Fest teilnimmt, das ihn ansonsten seit vielen Jahren als Darsteller, Lesenden, Zuschauer und Sonnensegler kennt.
Für das kulturelle Rahmenprogramm der Festeröffnung sorgten zum einen die Kinder der Schwedter KiTa Regenbogen, die etwas vorführten, „was man gar nicht bemerkte“ (die das zwischendurch aber auch ein bisschen vergaßen vor lauter Faszination). Zum anderen fegten noch unmittelbar vor Beginn die Darstellerinnen des Theaters Frankfurt ins Hauptfoyer, die sich noch während der Fahrt geschminkt und umgezogen hatten und mit ihrem kleinen Spiel auf sehr unterhaltsame Weise sich selbst und den anderen Spielern die Angst vor dem großen Auftritt zu nehmen versuchten und dabei alle mit in ihr Spiel zogen. Zum Abschluss gab es – wie in jedem Jahr – Obst, Negerküsse und bunte Getränke. Ein gelungener Start ins 19. Schultheaterfest!

 

Was wäre, wenn …


Was wäre, wenn ... - Kurs Darstellendes Spiel, Kl. 11/12/13, Gesamtschule Talsand Schwedt
Bild: Was wäre, wenn ... - Kurs Darstellendes Spiel, Kl. 11/12/13, Gesamtschule Talsand Schwedt
In „Was wäre, wenn ...“ geht es um die kontrastreiche Verschiedenheit der Toleranz in der heutigen Gesellschaft.
Auf einer Party finden sich eine von Angst geplagte Außenseiterin, ein sorgenloses It-Girl, Einer, der Zigaretten und Alkohol genießt, sein danach süchtiger Kumpel und ein homosexuelles (Mädchen-) Paar ein. Während das verwöhnte Mädchen von sich selbst und ihrer Zukunft sponsored by Papi schwärmt, äußert eins der homosexuellen Mädchen, dass sie Politikerin werden will, aufgrund des großen Desinteresses an Politik, die eigentlich sehr gut vergütet wird mit luxuriösen Autos und Designerkleidung. Der Nikotin- und Alkoholsüchtige offenbart seinen Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, den er mit seinen Lastern zu ersetzen versucht. Als eine Rentnerin – vom Lärm angelockt – dazu stößt und ihren Unmut über die heutige respektlose Jugend ausspricht, meint die zweite Hälfte des homosexuellen Paares, dass man nicht alle in einen Topf schmeißen kann und sie nur ihre Ruhe haben will. Die Polin, die Allen den Alkohol und die Zigaretten wegnimmt, erklärt, dass man solche Sachen in Polen nicht öffentlich konsumiert, damit Kinder sich das nicht als Vorbild nehmen. Als sie die Homosexualität mitbekommt, ist sie schockiert. Sie sollten dafür bestraft werden, wenn es nach ihr ginge. Vom Mobbing zum Wunsch des Selbstmordes getrieben, weiß die Außenseiterin nicht mehr weiter, bis eine gute Kraft in Form einer Ballerina alle zusammenbringt.
Der Kurs des darstellendes Spiels der Klassen 11, 12 und 13 der Gesamtschule Talsand unter der Leitung von Ingrid Fuhrmann lieferte das tiefgründige Stück selbstbewusst und gekonnt ab.

Jennifer Schröter

 

„Es kommt nichts und es geht nichts“


Drei Mädchen drei Koffer, Kurs Darstellendes Spiel, Oberschule der Aktiven Naturschule Prenzlau
Bild: Drei Mädchen drei Koffer, Kurs Darstellendes Spiel, Oberschule der Aktiven Naturschule Prenzlau
Der DS-Kurs der Oberschule der Aktiven Naturschule Prenzlau, der sich aus den Schülern der Klassenstufen 7 bis 10 zusammensetzt, präsentierte in diesem Jahr die Eigenproduktion eines Kurzfilms mit dem Titel: „Drei Mädchen – drei Koffer“.
Dieses komplexe, poetische Werk entstand innerhalb einer fünftägigen Projektwoche unter Anleitung des Kursleiters Oliver Hohlfeld und beschäftigt sich mit der starken Abwanderungstendenz der unter Zwanzigjährigen und dem damit einhergehenden drastischem Entleeren ländlicher Regionen. Die Gruppe konkretisiert diese Problematik, indem sie die Geschichte dreier Mädchen erzählt, die alle denselben Wunsch haben: Den häuslichen Problemen und der erdrückenden Langeweile zu entfliehen. Die Koffer habe ich als Metapher für die ganz individuellen Lebensgeschichten mit den damit einhergehenden innersten Sehnsüchten, Geheimnissen, Hoffnungen, Träumen und Wünschen verstanden.
Beim KriTisch-Gespräch wurden ganz unterschiedliche Eindrücke geschildert. So kam die Frage nach einer konkreten Botschaft auf. Doch muss Kunst immer eindeutig sein? Die Tatsache, nicht alles verstanden zu haben, kann manchmal beunruhigend sein und veranlasst oft zu der Annahme, das Gesehene als zu diffus und somit als unstrukturiert zu verurteilen. Ich empfand gerade diese gehaltvollen, einzelnen Bildfragmente als reizvoll, forderten sie schließlich zum Nachdenken auf und hatten keinen bloßen Unterhaltungswert. Ich habe mich eingeladen gefühlt, in eine Welt einzutauchen, die mit Abstraktion und Wirklichkeit ein charmantes und gleichzeitig sehr berührendes Spiel spielt. Für diese Gedankeninspiration und den anregenden Interpretationsraum bin ich dankbar.
Gerade der Gegensatz zwischen der wunderschönen, ländlichen Idylle und der traurigen Verzweiflung berührte mich, stellte er doch einen für viele junge Menschen typischen Zwiespalt dar: Einerseits die Sehnsucht nach der Natur und die Verbundenheit mit jener, das Gefangensein im familiären Alltag, das verschwommene Fernweh und der Wunsch nach mehr.
Mit dem Gefühl nicht am Leben teilzunehmen, sondern nur Zuschauer zu sein, können sich wohl viele Menschen, zumindest phasenweise, identifizieren: „Wir leben nicht und sind nicht tot. Wir langweilen uns.“ Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die philosophischen Textpassagen alle von den Darstellern selbst erdacht wurden.
Ich freue mich schon sehr auf den Dokukrimifilm „Ohne Titel“, den wir hoffentlich im Laufe des diesjährigen Schultheaterfestes noch zu sehen bekommen.

St.

 

Des Frosches Bärenherz


Froschkönig - neu verquakt - Theatergruppe der Lebenshilfe Schwedt „Bärenherz“
Bild: Froschkönig - neu verquakt - Theatergruppe der Lebenshilfe Schwedt „Bärenherz“
Wenn zwei Prinzen sich lieben und heiraten, der Frosch „Mann, jetzt küss mich doch einfach!“ zur Prinzessin sagt und zum Schluss alle zusammen singen, dann sind die Bärenherzen auf der Bühne. Jahr für Jahr bringt die Theatergruppe der Lebenshilfe Schwedt unter dem Motto „Ohne Macke ist kacke“ ein neues Stück auf die Bühne. Für mich ist das immer wieder ein Höhepunkt.
Diesmal präsentierten sie den „Froschkönig, neu verquakt“. Mit frischen Charakteren und kunterbuntem Bühnenbild unterhielten die neun Akteure eine gute Stunde. Was die Gebrüder Grimm angefangen haben, wurde herrlich erweitert und in die Moderne übertragen. Schwule Prinzen und Frösche im Rollstuhl, aber trotzdem alles ganz normal. Dazu eine Kulisse, die aus vier bisherigen Bärenherz-Produktionen zusammengestückelt wurde, und immer erfahrenere Schauspieler. Der Spaß und Elan auf der Bühne war ansteckend, führte zu langem Applaus und später sogar zu Autogrammwünschen.
Karola Ebert, die als ehrenamtliche Leiterin der Gruppe viel Zeit investiert, verriet am KriTisch, dass die Arbeit viel aus Bildern und ständiger Wiederholung bestehe. Viele Mitglieder der Gruppe können nicht lesen, dafür würde um so mehr auswendig gelernt und über das Lampenfieber hinweg improvisiert. An Themen mangelt es der Gruppe nicht, und daher hoffe ich sehr, dass wir die Bärenherzen auch im nächsten Jahr wieder begrüßen dürfen.
„Wenn es dem Publikum Spaß gemacht hat, dann haben wir alles erreicht“ sagt Karola zum Abschluss und kann damit stolz behaupten, alles richtig gemacht zu haben.

Lorenz Vögel

 

Clown sein


Werkstatt: Clown sein - Leitung: Selina Senti, Pantomimin
Bild: Werkstatt: Clown sein - Leitung: Selina Senti, Pantomimin
„Die kleinste Maske der Welt“ – eigentlich nur eine rote Plastiknase, so scheint es auf den ersten Blick. Doch als von uns acht bunt zusammengewürfelten Workshop-Teilnehmern jeder seine Clownsnase aufzog und damit auf die Bühne trat, entstand plötzlich eine eigene Welt. Zuerst entdeckte jeder für sich, wie sich das Clown-Sein eigentlich anfühlt, bald wurde miteinander improvisiert. Wir prügelten uns, unterhielten uns auf Grummelo (einer Phantasiesprache, durch die selbst die anfänglichen Verständigungsprobleme zwischen polnischen und deutschen „Clowns“ verschwanden) und inspirierten uns gegenseitig in Partner- und Gruppenübungen zu kleinen Szenen.
In Selina Sentis wunderbar leichtfüßig und natürlich gestaltetem Workshop lernten wir nicht nur pantomimische Elemente und das Umgehen mit der Clownsnase (welches übrigens nicht so einfach ist, wie man es sich vorstellt) kennen, sondern erlebten auch zwei Stunden, in denen wir vollkommen loslassen und im wahrsten Sinne des Wortes spielen konnten.

Luci

 

Spiel der Gegensätze


Ringelnatz-Tucholsky-Performance - Theater Frankfurt
Bild: Ringelnatz-Tucholsky-Performance - Theater Frankfurt
Zwischen Liebe und Trauer, Krieg und Frieden, Humor und Ernsthaftigkeit und zwei Dichtern, die eigentlich nichts von einander hielten, performte das Theater Frankfurt ein halbstündiges Programm, bei dem jeder auf seine Kosten kam.
Die Texte von Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky wurden mit liebevollen Bildern illustriert und zeigten sowohl Vergangenheit als auch Aktualität. Was ist der Mensch? Was bedeutet Frieden? Wovon träumen wir? Alle diese Themen wurden gut gemischt aneinandergereiht und wunderbar mit Leben gefüllt.
Der doch teils schwarze Humor, eingeleitet von einem Flötenspiel, brachte das Eis zwischen den Zuschauern und den sechs Akteuren schon in den ersten Minuten zum Schmelzen.
Obwohl dem Spiel unabsichtlicherweise einige Missgeschicke beitraten, änderte das nichts an der Qualität der Performence. Sie wurden gekonnt überspielt und wirkten sogar teilweise beabsichtigt.
Die spärlich eingerichtete Bühne wirkte sehr gut abgestimmt auf die gewählten Texte und durch die stetig variierenden Darbietungen der Werke fand sich stets Abwechslung: Die Zeit verrann wie im Flug!
Die aus professionellen Schauspielern und Neueinsteigern bestehende Truppe „dichtete sich Hand in Hand“ durch den Abend und das Ende kam plötzlich, jedoch perfekt auf den Punkt.

Stefanie

 

Die Verrückten (Wariatki)


Die Verrückten (Wariatki) - Teatr UHURU, Kulturhaus Gryfino
Bild: Die Verrückten (Wariatki) - Teatr UHURU, Kulturhaus Gryfino
Bei den Schultheatertagen ist es mittlerweile zur schönen Tradition geworden, polnische Theaterprojekte zu einem Auftritt vor überwiegend deutschem Publikum einzuladen. Wie schon in den vorherigen Jahren begeisterte ein Ensemble des Gryfinoer Theaters UHURU unter der Leitung von Janusz Janiszewski die anwesenden Zuschauer, die dem vielschichtigen polnischsprachigen Werk mit Jubel und Standing Ovations begegneten. Die Problematik des Immer-Schneller-Werdens in der heutigen Zeit, in der niemand mehr auf seine Mitmenschen zu achten scheint, wurde in den Szenen, die alltägliche Situationen der Jugendlichen aufgriffen, sehr intensiv verdeutlicht. Dazu trug neben dem fast schon psychedelischen Soundtrack vor allem die extrem bewegungsintensive und körperbetonte Spielweise der jungen Darsteller bei. Zur stakkatohaften, rhythmusbetonten Musik gelang es den Schauspielern jederzeit, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen – auch wenn diese zu dem Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht wussten, worum es überhaupt ging. Besonders das gewohnt düstere Licht, gepaart mit einem äußerst schlicht gehaltenen Bühnenbild, betonte die in den collagenartigen Szenen gezeigte emotionale Bandbreite der schauspielerischen Leistungen ganz besonders. Und so wurde das Stück wie auch die Spielweise dann auch beim anschließenden KriTisch von den Zuschauern als „mitreißend, emotional, und authentisch“ beschrieben. Besonders vor dem Hintergrund, dass wir es hier mit „Freizeitschauspielern“ zu tun haben, die erst seit wenigen Monaten zusammenarbeiten, ist der Mut, mit einem selbstverfassten (!) Stück vor einem fremdsprachigen Publikum aufzutreten, gar nicht hoch genug zu werten. Obwohl man, wie eine Schauspielerin bemerkte, dann wenigstens keine Angst vor Texthängern haben muss.

Ortwin Bader-Iskraut

 
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