Carla Kniestedt
Horst Fascher
Julian Dawson
Claudia Roth
Astrid Kirchherr
Jan Josef Liefers
Wolfgang Lippert
Rüdiger „Ritchie“ Barton
 
         
 
Carla Kniestedt
 
wurde im Wonnemonat Mai des Jahres 1960 in der Heldenstadt Leipzig geboren. Mit zarten drei Jahren ist sie aber bereits in sprachlich aushaltbare Regionen umgesiedelt. Nach dem Abitur studierte sie von 1978 bis 1983 Journalistik in Leipzig.
Danach war sie in den relativ kurzen Zeiten zwischen Schwangerschaftsurlaub und Babyjahr (drei Kinder) Redakteurin beim "Neuen Deutschland". 1988 beendete sie diesen Versuch und arbeitete freiberuflich als Korrektorin bei verschiedenen Buchverlagen.
1990 war sie für ein Jahr Pressesprecherin im Warenhaus am Alex, dann folgte Bildung, Bildung ...
Seit 1993 ist sie freiberuflich Moderatorin bei verschiedenen Fernsehanstalten, aber immer öffentlich-rechtlichen Sendern.

 
Horst Fascher
 
Der ewige Wegbereiter
Er hat die Beatles im Hamburger Star Club entdeckt: Horst Fascher. Auch mit seinen 70 Jahren wäre er immer noch gerne als Musik-Scout tätig. Von Markus Brügge;
Quelle: © ZEIT online, 26. 2. 2006 auf www.zeit.de
 
Mehr Hamburg als hier geht eigentlich kaum. Gut, man hätte sich mit Horst Fascher auch direkt auf der Reeperbahn treffen können. Doch seinen alten Laden, den „Star-Club“, gibt es längst nicht mehr – und so ist der „Old Commercial Room“ direkt im Schatten des Michel sicher nicht die schlechteste Adresse, um sich mit einem zu treffen, der in Hamburg Musikgeschichte geschrieben hat. Draußen wirbt eine Tafel, dass es hier Labskaus zu essen gibt, goldmedaillengekrönt. Drinnen herrscht holzgetäfelte Gediegenheit, durch labyrinthische Gänge geht es in das Gastzimmer, das Fascher für das Gespräch hat reservieren lassen. Dass dort auch noch ein Shanty-Chor vom Band singt, mutet beinahe als ein Klischee zu viel an.
Zumal Horst Fascher mit dem heimattümelnden Gedudel nie viel anfangen konnte. „Let the good times roll“, heißt seine Biografie, die sich – natürlich – vor allem um Faschers Zeit mit den Beatles dreht. Aber es wird auch deutlich, dass er mit seinem „Star-Club“ damals eine kleine Revolution anstoßen wollte: Hier sollte nicht nur der heißeste Beat der Stadt gespielt werden, hier wollte man auch den Muff der fünfziger und frühen sechziger Jahre aussperren, frei sein, unkonventionell.
Fast möchte man deshalb enttäuscht sein, als ein kleiner alter Mann den Raum betritt, höflich, ja leise „Guten Tag“ sagt, während er einem fest die Hand drückt und sich setzt. Doch dass er sich nicht allzu gerne anpasst, sieht man auch dem 70-Jährigen noch an – mit seinem weißen Vollbart, dem Ring im Ohr und der Baseballmütze auf dem Kopf umweht Fascher ein Hauch von fahrendem Volk.
Dass es damals tatsächlich darum ging, die Regeln der Väter zu brechen, darauf kommt Horst Fascher schnell zu sprechen, als er von der ersten Begegnung mit den Beatles erzählt. Natürlich, es sei auch einfach um den Spaß gegangen:– Mädchen, Bier, auch mal Drogen. „Wir waren eben jung und wollten love machen“, sagt er und lacht. Aber es wird auch deutlich, dass man Schluss machen wollte mit dem Erbe des Krieges. Immerhin kamen da vier Engländer nach Hamburg, gerade 15 Jahre, nachdem sich die beiden Nationen in den Schützengräben gegenübergelegen hatten. Deshalb, so fügt Fascher an, sei es eben nicht nur um die freie Liebe gegangen,– „wir wollten auch peace haben“.
Love and peace. Zwar entstammt Horst Fascher keiner gutbürgerlichen Familie, doch dass er ein kleines, aber wichtiges Rad im Getriebe dieser Kulturrevolution aus Sex and Drugs and Rock´n Roll sein würde, war ihm nicht unbedingt ins Stammbuch geschrieben. Sein Vater fuhr als Heizer zur See, seine Mutter arbeitete als Köchin und Putzfrau in einer Kaschemme auf der Reeperbahn. Ein Junge von St. Pauli war Fascher also. Zum Mann, so schreibt er in seinem Buch, hat ihn dann auch eine „Professionelle“ gemacht. Und nach dem Krieg, erzählt der kleine alte Mann, habe er mit seinen Freunden Sachen „organisiert“. Strafrechtlich korrekt formuliert müsste man das wohl Diebstahl nennen, aber man glaubt Fascher gern, dass es damals eben andere Zeiten waren.
Trotzdem ist er ein paar Mal nur knapp daran vorbeigeschlittert, ein kleiner oder größerer Krimineller zu werden. Das erste Mal, als er im Streit einen Matrosen niederschlug, der mit seiner Freundin poussiert hatte. Der Mann ging zu Boden, erlitt einen Schädelbasisbruch und starb nach vier Tagen im Koma. Das brachte Fascher neun Monate wegen Totschlags ein und beendete seine Hoffnungen, als Amateurboxer Karriere zu machen.
Aber er habe eben hoch hinauswollen, erzählt er. Als er mit dem Boxen anfing, sei auch gleich klar für ihn gewesen: Ich werde Weltmeister. Und als das wegen der Haftstrafe nicht mehr ging, sei der Rock sein Traum gewesen.
Anfangs ganz bescheiden, als er im Dunkeln des Kinosaals saß und den Film Asphalt Jungle sah, dessen Titelmelodie ihn,– wie er es nennt,– „mit Rock 'n' Roll impfte“. Doch dann ging er in die Musikläden auf St. Pauli, sah die Bands live, heuerte als Kellner in einer Kneipe an, entsorgte Fred Bertelmann und Freddy Quinn aus deren Jukebox, kam zu einem Job als Musikmanager wie die Jungfrau zum Kinde, wurde Geschäftsführer im „Top Ten“, traf die Kiezgröße Manfred Weisleder – und zog mit ihm den „Star-Club“ auf.

Das ist natürlich eine ungehörige Verknappung der abenteuerlichen, randvollen Zeit, die Horst Fascher zu der Begegnung führte, die den Rest seines Lebens bestimmen sollte. Doch der Hamburger sagt selbst, dass nicht einmal die gut 270 Seiten seiner Biografie reichen, um die Geschichten zu fassen.
Schließlich gibt es da schon allein so viel aus den wenigen Monaten zu erzählen, als er mit den später berühmtesten Liverpoolern der Welt um die Häuser zog, ihnen einen Schlafplatz, Mädchen oder „auch mal "ne Tabledde“ beschaffte, seine Mutter den Beatles die Unterhosen wusch und er John Lennon dabei erwischte, wie der sich von einem Transvestiten einen blasen ließ.
In Faschers Erzählungen wirkt das alles heiter, seltsam leicht und unbeschwert, so als sei die Zeit im „Star-Club“ eine einzige große Party gewesen. Selbst die Prügeleien, die ihn später für zwei Jahre in den Knast brachten und seiner Laufbahn als Musikmanager vorerst ein Ende setzten, erscheinen verklärt wie ein harmloser Jungenstreich.
Dabei sagt Horst Fascher auch, dass er im Nachhinein ganz froh sei, eine Zwangspause von der Party verordnet bekommen zu haben. „Wer weiß, ob ich heute noch so gesund wäre, wenn ich das noch ein paar Jahre so weitergemacht hätte.“ „So“, das heißt: Frauen, Alkohol, 12-Stunden-Tage, 7-Tage-Wochen.
Stattdessen hat er noch bis vor wenigen Jahren Bands gemanagt und sagt auch mit 70 noch, dass er gerne als Musik-Scout arbeiten würde: "Den Instinkt hab ich sicher“."

nach oben


Astrid Kirchherr
 
Geboren am 20. Mai 1938 in Hamburg, ist Fotografin und Künstlerin. Sie schloss 1960 ihr Studium an der Meisterschule für Mode, Textil Grafik und Werbung (heute Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) und wurde 1959 Assistentin von Reinhart Wolf. 1960 lernte Astrid Kirchherr durch ihren damaligen Freund Klaus Voormann die Beatles kennen, die damals ihr erstes Engagement in Hamburg hatten. Bald machte sie beeindruckende Fotos der Gruppe und Einzelaufnahmen der Mitglieder, die zu dieser Zeit noch mit Pete Best anstelle von Ringo Starr und mit Stuart Sutcliffe auftraten. Sie verliebte sich in Stuart Sutcliffe, dem sie die erste Pilzkopffrisur (Englisch: „mop top“) schnitt. Von Kirchherr stammen die ersten professionellen Fotos der Beatles, die sie damals von ihnen machte. Seit 1964 arbeitete Astrid Kirchherr als freiberufliche Fotografin, fotografierte die Beatles bei Dreharbeiten zu „A Hard Day ’s Night“ für den STERN. 1969 machte sie das Coverfoto für die LP „Wonderwall Music“ für George Harrison. Astrid Kirchherrs Fotos sind mittlerweile in Hamburg, Bremen, London, New York, Washington D.C., Tokyo, Wien und in der Rock’n’Roll Hall of Fame ausgestellt worden. Im oberen Foyer ist ihre Ausstellung "The Beatles. Die frühen Hamburger Jahre" zu sehen.

nach oben

Wolfgang Lippert
 
absolvierte eine Klavier- und Gesangsausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain. Danach war Lippert mit einer eigenen Rockband auf Tournee und sang auch für Platten- und Rundfunkproduktionen. Mit dieser Band war er auch einmal zu Gast in der Kindersendung Hey Du. 1982 landete er mit Erna kommt einen Hit und wurde über Nacht in der gesamten DDR bekannt. 1984 bekam Lippert im DDR-Fernsehen seine erste abendfüllende Unterhaltungssendung mit dem Titel Meine erste Show. Darauf folgten Abendshows wie z. B. Glück muß man haben (1988–1997) und Ein Kessel Buntes (1988). Während der Wendezeit 1989 wurde er zum „Fernsehliebling des Jahres“ gewählt und mit Stimmt‘s bei Radio Bremen der erste Moderator aus der ehemaligen DDR, der eine eigene Show im „Westfernsehen“ moderierte. Am 26. September 1992 wurde er Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten dass..?. Während einer Wetten dass ...? bekam Wolfgang Lippert von Paul McCartney ein Schweißtuch geschenkt. In unserer Talk-Runde erfahren Sie, wie es dazu kam.

nach oben

Rüdiger „Ritchie“ Barton
 
Rüdiger „Ritchie“ Barton studierte an den Musikhochschulen in Magdeburg und Weimar. Noch während seines Musikstudiums gründete er die Musikgruppen „Quintessenz" und „Gruppe Magdeburg“. Nach Studienabschluss war er Bandmitglied bei „City“, bevor er 1982 zur Gruppe „Silly“ wechselte. Bis zum Tod von Frontfrau Tamara Danz 1996 spielte er mit Silly als Komponist und Keyboarder 7 Alben und 2 Best off‘s ein. Seit 1994 arbeitete Ritchie Barton gemeinsam mit Uwe Hassbecker zunehmend auch als Produzent und Studiomusiker. In dem noch gemeinsam mit Tamara Danz und Uwe Hassbecker gegründeten „Danzmusik-Tonstudio“ entstand im Jahr 2000 unter anderem die Bühnenmusik für die Inszenierung der Uckermärkischen Bühnen Schwedt „Romeo und Julia“. Seit dem ersten Konzert von „Silly“ nach dem Tod von Tamara Danz im Herbst 1995 ist Ritchie Barton mit der Band, zu der neben Uwe Hassbecker und Jäcky Reznicek mittlerweile auch die Söhne Sebastian Reznicek und Daniel Hassbecker gehören, wieder auf Tour. Am 4. November kommt „Silly“ mit Anna Loos als Solistin zum Konzert an die Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

nach oben

 
 
Julian Dawson
Geboren wurde Julian Dawson am 4.7.1954, dem Tag an dem Elvis Presleys seine ersten Songs in den legendären Sun Studios zu Memphis aufnahm, in London. Er wuchs mit sechs Brüdern zunächst in London und später in Kent auf. Seine Schulzeit auf einem katholischen Internat endete einen Tag vor seinem 17. Geburtstag mit einem Rauswurf. Hierauf jobbte er ein Jahr um dann ein Kunst- und Druckstudium am Exeter Art College zu beginnen. Durch Soloauftritte und seinem Mitwirken bei der "Art-School Band" (u.a. mit Robyn Hitcock, Kimberley Rew und Jay Staplay) fand er heraus, daß ihm die Musik mehr zusagte als die Malerei. Als er dann von einer Band, die auf den U.S. Stützpunkten in Deutschland auftreten wollte, gefragt wurde, ob er ihnen beitreten wolle, sagte er ja. Und das, obwohl er von heute auf morgen alles zurücklassen mußte... vielleicht hatte er das Beispiel der Beatles vor Augen. So kam Julian Dawson 1976 nach Frankfurt.

Da die Band aber nur Cover-Versionen spielte und Dawson schon eigenes Material hatte, trennte er sich bald wieder von dieser Band, um in den nächsten Jahren solo und mit verschiedenen Bandaufstellungen in deutschen und englischen Clubs zu spielen. Nach unzähligen Auftritten überall und nirgendwo und diversen Radio- und Fernsehshows bekam er den ersten Plattenvertrag. "Steal That Beat" (1982, Armageddon) klang stellenweise fast wie ein eigener "britischer Neue-Deutsche-Welle-Stil" (AUDIO). 1984 lernte Julian im Studio der Band Can deren Schlagzeuger Jaki Liebezeit und gründete mit ihm, Helmut Zerlett (ex-Phantom Keyborder) und Rosko Gee (ex-Traffik) ein Projekt namens "The Flood". So entstand die Maxi "Cold, Cold War" und 1987 unter dem Namen "Julian Dawson & The Flood" das Album "As Real As Disneyland" (1987, Polydor) auf dem u.a. Rosko Gee, Jay Stapley, Lynda Hayes, Richard Thompson und Kimberley Rew mitwirkten. "Dank der engagierten Texte und einem schwer einzuordnenden Sound aus Folk-Rock, Synthieklängen, Reggae-Sprengseln, einer kleinen Prise Country & Western und Dawson´s kompetentem Mundharmonikaspiel stieß die Platte überall auf wohlwollende Kritik." (Rockbiographien). In Deutschland wurde das Album zur Platte des Monats (Mai) gewählt. 1987 wirkte Julian Dawson auch auf Wolfgang Niedecken´s Soloplatte "Schlagzeilen" mit. Ein Jahr später folgte Dawson´s "Luckiest Man In The Western World" (1988, Polydor) mit Studiogästen wie Richard Thomson, PP Arnold und Toots Thielemans. Die Stücke auf dieser platte beruhten auf "klare Melodien und gerade Rhythmen (AUDIO). Weil der Plattenvertrag nicht verlängert wurde arbeitete Dawson als Studiomusiker unter anderem für Del Amitri, Moti Special und für Bap spielte er auf der "X für e U" die Mundharmonika und sang im Background-Chor. Die folgende Tournee von Bap begleitete Julian Dawson als "Special Guest" im Vorprogramm, was seine Fangemeinde in Deutschland noch mehr vergrößerte

nach oben

Claudia Roth
 
Sie war Anfang der Achtziger Managerin der Rio-Reiser-Band „Ton Steine Scherben“, bevor sie einige Jahre später erst Pressesprecherin, dann Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete und schließich Parteivorsitzende der Grünen wurde: Claudia Roth. Die Begeisterung für Rockmusik ist geblieben, Claudia Roth ist unter anderem bekennender Fan der „Rolling Stones“. Und deshalb wird sie im Rahmen des Wettstreits Beatles gegen Stones, also „Frankie goes to Liverpool“ gegen die „Starfucker“, die Laudatio für die Stones halten.
In der „Theaterluft“ am Festivalort dürfe sich Claudia Roth schnell heimisch fühlen - sie ist studierte Theaterwissenschaftlerin.

nach oben

Jan Josef Liefers
 
studierte nach seiner Tischlerlehre an der Semperoper von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. 1989 gab er mit dem Film Die Besteigung des Chimborazo sein Kinodebüt, in dem er den Forscher Alexander von Humboldt spielt.Nach seinem Engagement am Deutschen Theater Berlin (1987–1990) wechselt Liefers an das Thalia-Theater in Hamburg. Nach einigen kleineren Film- und Fernsehrollen schafft er mit Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief 1996 den Durchbruch. Für die Rolle des Bodo Kriegnitz erhielt Liefers den Bayerischen Filmpreis für Nachwuchsschauspieler. Diesen bekam er 2000 auch für „Jack´s Baby“. 2003 erhielt er als Hauptdarsteller im Film „Das Wunder von Lengede“ den Adolf-Grimme-Preis, im selben Jahr auch den Bambi.

nach oben

   
       
       
 

   
         
 

 Weitere Informationen...

Die Galerie Bilder des Beatles Festivals 22.-24.9.2006 von Udo Krause enthält 118 Bilder.
Klicken Sie auf eines der Bilder um auf die komplette Thumbnail-Übersicht zu wechseln!

Bilder des Beatles Festivals 22.-24.9.2006 von Udo Krause
Bilder des Beatles Festivals 22.-24.9.2006 von Udo Krause
Bilder des Beatles Festivals 22.-24.9.2006 von Udo Krause
Bilder des Beatles Festivals 22.-24.9.2006 von Udo Krause