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Jürgen Bartsch
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ein Kindermörder
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Im Juni 1966 berichteten die deutschen
Zeitungen auf Seite eins über die Verhaftung eines 19jährigen
Metzgergesellen namens Jürgen Bartsch, der zwischen 1962 und
1966 auf unvorstellbar grausame Weise vier Schuljungen mißbraucht
und zu Tode gequält hatte.
Diese Sex-and-Crime-Sensation alarmierte den amerikanischen Journalisten
Paul Moor.
Paul Moor nimmt Ende 1967 als Berichterstatter im ersten Bartsch-Prozeß
teil. Er will ein Buch schreiben über den Jahrhundert-Fall. Jürgen
Bartsch faßt Vertrauen, er schreibt Brief um Brief sich alles
von der Seele, was ihn zum Opfer und zum Täter gemacht hat.
In über neun Jahren, bis zum Tode Bartschs, haben sich Hunderte
Briefe angesammelt- das erschütternde Selbstbildnis eines vierfachen
Kindermörders, wie es die Literatur bisher nicht kannte.
Wir verdanken Moor ein Zeugnis hellwacher Humanität: ein Buch
über buchstäblich mörderische Folgen deutscher Erziehung
in unserem Jahrhundert.
(Jürgen Bartschs Leben war von Anfang an "verpfuscht",
die Kriminalität geht weiter. Noch immer bringen die Verhältnisse
Kindermörder hervor. Was also tun, "mit Menschen, an denen
die Gesellschaft keine Chance hat" ?)
Dieser besondere Theaterabend findet verschiedene Formen, sich mit
dem "Kirmesmörder" zu beschäftigen.
Wir danken dem Richter Dr. Thomas Melzer für die Initiierung
und Unterstützung dieses Projektes und die Möglichkeit,
das Amtsgericht zu nutzen. |
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nach Texten von Jürgen Bartsch und Paul Moor
Regie: Olaf Hilliger |
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