Trainspotting!
     
  TRAINSPOTTING  
     
  von Irvine Welsh und Harry Gibson in der Übersetzung von Peter Torberg
Regie und Musik: Olaf Hilliger
Bühne und Kostüme: Detlef Pilz
Es spielen: Oscarl Axelrod-Naumann, Rüdiger Daas, Tanja Kleine, Roland Möser, Monika Radl, Uwe Schmiedel
Premiere: 12.04.2001 intimes theater
 
 
 
  Persönlichkeit - ich meine, darauf kommt's doch an, oder?
Persönlichkeit - das ist es doch, was eine Beziehung über Jahre hin ausmacht.
So wie Heroin. Ich meine, Heroin hat echt 'ne Wahnsinnspersönlichkeit.
Die Leute denken immer, daß da alles nur Elend, Verzweiflung und Tod und lauter so'n Kack ist,
was man natürlich auch nicht einfach so abstreiten kann. Aber, was sie immer vergessen, ist,
was für'n Spaß das alles macht.
Sonst würden wir's doch nicht machen. Wir sind ja schließlich nicht bescheuert,
jedenfalls nicht ganz so bescheuert.

Sag ja zum Leben. Sag ja zum Job. Sag ja zur Karriere. Sag ja zur Familie.
Sag ja zu einem pervers großen Fernseher.
Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern.
Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherungen.
Sag ja zur Bausparkasse. Sag ja zur ersten Eigentumswohnung.
Sag ja zu den richtigen Freunden. Ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in Hunderten von Scheißstoffen.
Sag ja dazu, auf deiner Couch zu hocken und dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen und dich dabei mit Scheiß-Junk-Fraß vollzustopfen.
Sag ja dazu, am Schluß vor dich hin zu verwesen, dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den mißratenen Egoratten von Kindern, die du gezeugt hast, damit sie dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft.
Sag ja zum Leben.

Aber warum sollte ich das machen?
Ich hab zum Jasagen nein gesagt. Ich hab zu was andrem ja gesagt.
Und der Grund dafür? Es gibt keinen Grund dafür.
Wer braucht Gründe, wenn er Heroin hat?
 
 
 
  "Trainspotting" zeigt am Beispiel Mark Rentons und seiner Freunde die Licht- und Schattenseiten einer Drogenexistenz in den Arbeitervierteln von Edinburgh. Der Reiz des Romans, des Films, der Theaterfassung ist seine unsentimentale Ehrlichkeit: Keiner streitet ab, "was für'n Spaß das alles macht. Sonst würden wir's doch nicht machen. Wir sind ja schließlich nicht bescheuert, jedenfalls nicht ganz so bescheuert." Geleugnet wird auch nicht, daß Abhängigkeit und Drogensucht kein Jugendphänomen ist, sondern ebenso genau ein Problem der Elterngeneration.  
     
  "Nimm deinen besten Orgasmus und nimm das Gefühl mal zwanzig und du bist immer noch meilenweit davon entfernt."  
     
 
         
    "Ich hatte ziemlich lange ein Problem mit meiner Heroinabhängigkeit ... das hat meine Beschäftigungsmöglichkeiten doch ziemlich eingeschränkt."

"Meine Ma ... ist auf ihre bürgerliche und gesellschaftlich geduldete Art und Weise selber drogensüchtig."

"Mark meint, sowas wie Liebe gibt's gar nich." (Alison)
 
  Mark Renton      
         
    "Wer weiß denn schon, was Ungeziefer is? Die aufgedonnerten Weiber halten Leute wie uns für Ungeziefer."

"So war Spud. Seine Fähigkeit, auch noch den unschuldigsten Zeitvertreib ohne jede Mühe in eine kriminelle Angelegenheit zu verwandeln."

"Du lachst mit all den anderen Ärschen mit, weil du Angst hast, es nich zu tun, du hast Angst, die Nase aus der Menge zu stecken; du bist einfach n kleiner beschissener Feigling."
 
  Danny "Spud" Murphy      
         
    "Ich wollte noch nie jemandem wehtun."

"... mit ihr im Bett ... da bin ich echt süchtig nach. ... Ihrs von hinten zu machen ..."

"Ich werde sterben. - Ich dachte, scheiß drauf, muß man alles mal probiert haben. Seitdem probier ich s die ganze Zeit."
 
  Tommy      
         
    "Johnny war mal n guter Kumpel von mir gewesen ... Jetzt ist er nur n Dealer. Er hat mal zu mir gesagt: In dem Spiel gibt's keine Freunde. Nur Geschäftspartner." (Mark)

"... ne Freundschaft mit Swanney is die ideale Vorbereitung auf die Beziehung mit ner Frau. Man bekommt ein Gefühl für die sich ändernden Bedürfnisse des anderen." (Mark)

"Bei mir riskiert keiner ne dicke Lippe."
 
  Jonny Swan      
         
    "Das ist doch besser als jeder Fick ... besser als jeder blöde Schwanz auf der Welt!"

"Was mit dem Baby passiert is, hat doch mit dem Stoff nix zu tun. Is auch nich Junes Schuld. Sie hat das Baby geliebt." (Johnny)
 
  June      
         
    "Ich will n Mann, der sich um mich kümmert. Einen, der wirklich weiß, wie man ne Frau befriedigt. Ich bin schon zwanzig. Ich werf mich doch nicht an n Penner weg!"

"Am liebsten wär mir einfach, sie könnt immer so sein wie im Bett." (Tommy)
 
  Alison      
 
     
     
  "Wenn du an der Nadel hängst, hast du nur eine Sorge: Wo kriegst du Stoff her. Und wenn du davon runter bist, mußt du dir plötzlich über allen möglichen Scheiß Gedanken machen: Hast du keine Kohle, kannst du dich nicht besaufen. Hast du Kohle, säufst du zuviel. Hast du keine Braut, kannst du keine Nummer schieben. Hast du ne Braut, gibt's nur Streß. Du machst dir Sorgen, wie du dein Essen und deine Rechnungen bezahlst, oder um deine Fußballmannschaft, die gerade wieder absteigt, und um zwischenmenschliche Beziehungen und das ganze Zeug, was absolut keine Rolle spielt, wenn man ehrlich und aufrichtig an der Nadel hängt. Unsere einzige Reaktion war weiterzumachen. Drauf zu scheißen, das Elend zu stapeln, es auf n Löffel zu schütten und mit nem Tropfen Galle aufzulösen, es dann in eine eiterstinkende Vene zu drücken und dann das Ganze von vorn. Immer weiterzumachen, loszuziehen, zu rauben, zu stehlen, Leute abzuzocken, uns blindlings auf den Tag zuzubewegen, an dem alles schiefgehen würde. Denn ganz egal, wieviel du bunkerst oder wieviel du klaust: Du hast nie genug. Ganz egal, wie oft du losziehst und Leute ausraubst und abzockst, das Ganze geht immer wieder von vorn los und du mußt immer wieder losziehen."  
     
  Trainspotting, 1996 verfilmt von Danny Boyle.  
     
 

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Inszenierungsfotos von Udo Krause
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Trainspotting 2004 fotografiert von Udo Krause
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Trainspotting 2004 fotografiert von Udo Krause
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